Rote Insel

Es war einmal in Berlin, genauer im Stadtteil Schöneberg, eine kleine rote Insel. Die hatte ihren Namen nicht von dem schönen Morgen- oder Abendrot, sondern von dem rötlichen Charakter seiner Bewohner. Sie konnten sich, wie der Franzose sagt, “se facher tout rouge”. Naja, sie waren wehrhafte Demokrat*innen mit meistens sozialdemokratischer Prägung. Das konnte vor weniger als 100 Jahren jedoch bedeuten, dass Mann oder Frau schnell im Gefängnis landete. Ach ja, aber das ist schon lange her. Julius Leber, Marlene Dietrich und Hildegard Knef machten die Rote Insel bekannt. Geblieben ist außer kleinen Gedenktafeln wenig.
Der Cheruskerpark am Gasometer kämpft als innerstädtische Grünfläche mit dem Klimawandel (Versteppung) und der Überbeanspruchung durch AnwohnerInnen und Beschäftigte. Unweit vom ICE-Bahnhof Südkreuz gelegen haben sich neben dem Euref-Campus auch verschiedene Firmensitze entwickelt. Zumindest architechtonisch kann sich das neue Vattenfall-gebäude von innen sehen lassen. Außen für die Anwohner nicht ganz so spannend. Widersprüche gehören zu Berlin und so regt es kaum noch einen nahe oder auf der roten Insel auf, dass gerade gegenüber vom Parteibüro der tiefroten Linken, ein sehr roter Rolls Royce im Halteverbot parkt. Das sieht nach einer ganz anderen Art der Zeitenwende aus (Piketty zu Ungleichheit). Bei drastisch steigenden Mieten, nicht nur auf der Insel, erklärt sich ein Berliner Referendum zur Enteignung von großen, privaten Wohnungunternehmen als wechselseitige Provokation. Für viele geht jetzt auch noch die Sonne viel früher hinter dem bald zugebauten Gasometer unter. Keine wirklich rosige Aussichten, oder? Doch, vielleicht so ->

Rote Insel, rotes Auto, wo ist das Problem?
Schöne Aussicht?

Renovieren

wie das Verb sagt, renovieren ist ein Tu-Wort. Da wird meistens ganz schön viel getan. Bleibt die Frage, wieviel selber machen und wieviel Unterstützung wird mobilisiert oder zugekauft. Wichtig ist, sich im Klaren zu sein, Renovieren ist ein Prozess und der kann dauern. Oftmals oder immer, länger als geplant. Dieser Blogbeitrag plädiert deswegen bereits vor Beginn des Renovierens einer Selbsthilfegruppe mit entsprechender Denomination beizutreten oder lokal, vor Ort, eine solche Gruppe zu gründen. Aber langsam, warum renovieren Menschen eigentlich? Zu Pfingsten könnten einige glauben, es hätte ihnen der heilige Geist eingeflüstert, andere sind davon überzeugt, es kann nur Teufelswerk sein. Gemeinsam ist beiden Sichtweisen, das eine gehörige Portion Fremdbestimmung mit im Spiel ist. Handwerkliche Tätigkeiten mit ihren Überraschungen und Planungsunsicherheiten im 21. Jahrhundert prägen den Prozess.
Warum noch lassen wir uns aufs Renovieren ein? Wir wollen es schöner, besser oder praktischer in der Zukunft haben. Und dann sind da auch die berüchtigten Rosen in Nachbars Garten. Energiewende, Unwägbarkeiten des eigenen Alterns, Inflation, Investition sowie Hochglanzbroschüren liefern viele Argumente endlich mal mit dem eigenen Renovieren anzufangen. Hören sie sich dann unbedingt die vielfältigen Geschichten von Renovierungsarbeiten anderer Personen an. Okay, es wird länger, teurer, oft ein bisschen anders als geplant. Den Soziologen interessieren beispielsweise die Aushandlungsprozesse, intrafamiliär oder mit Geschäftspartnern. Auch die Veränderungen der Zufriedenheit über den Prozess hinweg, böten ein unterhaltsames Forschungsprogramm. Alle 2 Wochen fragen wir, wie zufrieden sind sie mit Handwerkern, Partnern, Telefonhotlines, Baumaterial, Terminvereinbarungen, Bauausführungen? Sie können die Fragen beliebig fortsetzen. Was waren ihre größten Überraschungen? Notieren sie alles und bringen sie es zur nächsten Sitzung der Selbsthilfegruppe mit. Gerne auch etwas Anschauungsmaterial in Bildern oder emails beilegen. Sie werden sehen, das erleichtert ungemein und beim nächsten bevorstehenden Renovieren sind sie viel entspannter. Auch für ihre Webpages und -spaces geeignet.

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Gewalt

Die Betrachtung von Krieg und Kriegsverbrechen im weiteren Kontext als Anwendung von kollektiver Gewalt erlaubt das Einbeziehen eines breiteren Spektrums an sozialwissenschaftlichen Theorien. Auf Putins Nachttisch liegt direkt neben dem Buch von Machiavelli Il Principe, das Buch mit dem Titel Dell’arte della guerra. Ein Satz daraus besagt, lass keine Chance verstreichen, die fast keine Kosten hat (Jakobsen S. 24). Also rein in die Ukraine bevor das Land und Leute zu stark werden. Tor Jakobsen (Hrsg.) hat das in dem Band zu Krieg, Theorien und Forschung gut herausgearbeitet. Die Einleitung listet die Gründe für Krieg. Den Soziologen interessiert besonders die Erwähnung von gesellschaftlichen Strukturen, auf Russland bezogen würde das den Einfluss von Militär auf und Status innerhalb von Gesellschaften einschließen. Besteuerung für die Unabhängigkeit der USA sowie die Bedeutung von grenzüberschreitendem Handel gehören zu diesen Themen. Neben diesen liberalen Thesen für oder zur Vermeidung von Krieg existieren die sogenannten radikalen Argumente, wie Ungleichheit, ausländische Investitionen und Imperialismus, die zu erhöhten Risiken für Krieg führen (S. xii.). Tilly 2003 The politics of collective violence erweist sich als wichtige Lektüre. Kreieren einer Identität zusammen mit political entrepreneurship schaffen gemeinsam Voraussetzungen für kollektive Gewalt. S. 25. Im Konflikt der Ukraine spielen ethnische, sprachliche und kulturelle Ursachen ebenfalls eine Rolle. Auch lässt sich die ökonomische Erklärung von Krieg mit Zugewinn- und Verlustkategorien errechnen für alle beteiligten und sogar scheinbar unbeteiligte Parteien. Kosten-Nutzen-Analyse lässt grüßen mit all ihren Unwägbarkeiten und potenziellen oder faktischen Fehleinschätzungen. Für den derzeitigen Krieg in Europa lässt sich die deprived actor Theorie auf das russische Militär beziehen während die ukrainische Strategie versucht dem rational actor Modell folgt. So stehen sich neben den Heeren auch Theorien gegenüber. Mir gefielen die Sandkastenspiele bei denen nicht wirklich geschossen wurde am besten. Vielleicht ist ja doch noch was in dem Spruch: Putin will wieder Krieg, aber keiner geht mehr hin.

VR im Museum

Das jüdische Museum hat am 8.5.2022 eine Klanginstallation der ganz besonderen Art aufgeführt. Die Pianistin Annika Treutler hatte Werke von Viktor Ullmann aufgeführt, die zusätzlich durch 3D Aufnahme virtuell in z.B zeitgenössischen Musiksälen erklingen kann. Damit lebt die Musik heute weiter in vielen Konzertsälen und Klangräumen. Eine ganz besondere Freude zum Sieg über Nazi-Deutschland. Der Vernichtung von Kulturgütern kann begegnet werden durch innovative Technik. Alexander Stublic hat ebenfalls eine kurze Erläuterung zu seiner VR-Installation Innerland zum Werk von Viktor Ullmann gegeben.
Dem Siemens Arts Program ist hiermit eine einmalige Würdigung der Geschichte zum Tag der Befreiung von Nazi-Deutschland gelungen, bei gleichzeitiger Projektion in eine vielfältige Zukunft. Vergessene Werke können so zu neuem Leben erweckt werden und für nächste Generationen mittels neuer technischer Möglichkeiten übersetzt werden.
Das Live Klavierkonzert von Tamar Halperin hat diesen Ansatz vorzüglich klanglich umgesetzt mit zentraler Referenz zu Viktor Ullmann, eingerahmt von eigenen Kompositionen. Ich verneige mich in Dankbarkeit für eine würdige Feierstunde bei allen Kunstschaffenden und Organisierenden. Hoffentlich bleibt die Möglichkeit des virtuellen Begehens der Aufführungen länger als die geplanten 2 Wochen bestehen. Für mich bleibt diese Erinnerung für immer mit dem 8. Mai verbunden.

 

Galerie Wochenende

In Berlin gab es rechtzeitig zur Hexennacht und am 1. Mai auch noch das Galerie Wochenende. Mit der myartwalk app konnten Rundgänge in der Stadt geplant werden. Viel Anregung parallel zum politischen Wochenende mit reichlich freier Meinungsäußerung. Viele Kunstschaffende und Kunstsammelnde, Mäzene, suchen unaufhaltsam neue Wege der Kommunikation, oftmals mit der Entwicklung neuer Bildsprache oder Raumgestaltung. Sich das zu erschliessen ist kreative Arbeit von allen Beteiligten. Endlich wieder mehr inspirierende Begegnungen.

Über Clausewitz2

Hugh Smith von der „School of Humanities and Social Science” der Australischen Akademie der Streitkräfte überschreibt sein letztes Kapitel im Buch „On Clausewitz“ von 2005 „Farewell to Clausewitz?“. Das Fragezeichen signalisiert die Zweifel, ob Clausewitz nicht weiterhin für uns auch am anderen Ende der Welt eine wichtige Lektüre bleibt. Mit der Verfügbarkeit von Atomwaffen dachten einige Strategen, Abschreckung durch Nuklearwaffen würde neuerliche Kriege als Fortsetzung von Politik verbieten, aber Smith (2005, S.244) argumentiert, die Bedeutung von Clausewitz ist sogar größer geworden, denn die Notwendigkeit zu verstehen, wie Krieg und Politik miteinander verbunden sind, ist größer denn je. Michael Howard wird sogar mit dem Ausspruch zitiert: „We are all Clausewitzians now“ (S.257). Neben einer Ableitung von für das Militär notwendigen Qualifikationserfordernissen (S.264) erinnert er an die Überzeugung von Clausewitz, dass Staaten zum Mittel des Krieges greifen werden, „if the prize is worth it“ (S.266). Clausewitz war in den Worten von Hugh Smith (2005, S.271) hilfreich: „Modern war, used cautiously and carefully as an instrument of policy, avoids the worst though it does not promote the best”. Aus einer historischen und philosophischen Perspektive heraus, unter Berücksichtigung der „analyse clausewitzienne“, schreibt Hugh Smith: „No paradigm of war is right or wrong. It is a matter of how humanity collectively chooses to interpret war. Clausewitz offered a powerful interpretation of war based on the state and its capacity for rational pursuit of national interests that became the dominant- though not undisputed – paradigm for understanding war in Europe… “.

Gallie (1978) bleibt eine wichtige Referenz zum Thema Krieg und Frieden. Anders als Tolstoi hat sein Buch den Titel Philosophers of Peace and War“. Die von ihm gestellte Frage lautet: Wie sollten gute Außenbeziehungen eines Staates aussehen? (S. 141). Die Liste der zu konsultierenden Autoren reicht von Kant, Clausewitz, Marx, Engels bis zu Tolstoi. Abschließend stellt Gallie sich und wir uns die Frage, wann ist der Einsatz von Gewalt gerechtfertigt? Damit erweitert sich das Spektrum der Fragen allerdings erheblich.

Das Werk von Carl von Clausewitz hat eine beträchtliche Zahl von Analysten auf allen Kontinenten hervorgebracht. Mit dem neuerlichen Krieg in Europa in der Ukraine hat sich die 200-jährige Wirkungsgeschichte (Durieux, 2008, S.21) nochmals verlängert. Wichtig ist die Auseinandersetzung mit Clausewitz im deutsch-französischen Verhältnis, denn nur so können wir die Bedeutung des Politischen betonen und alles daransetzen, dass es zu keiner Austragung von Konflikten mit militärischen Mitteln mehr kommt.  Anders ist es mit der Rezeption von Clausewitz in Russland. Jacobs (1969) hat sich intensiv mit dem russischen Militärstrategen Frunze befasst, der mit einer Grabrede von Stalin gewürdigt wurde. Allein diese Tatsache lässt uns schon zusammenzucken. Der Name Frunze ist in der Militärstrategie verbunden mit dem Begriff der „proletarischen Militärdoktrin“. Der Kommentar von Jacobs zu dieser Strategie ist ernüchternd. Bei der proletarischen Militärdoktrin handelt es sich vornehmlich um eine ritualisierte, im Gegensatz zu einer realistischen Militärdoktrin. In einer solchen vereinigten Militärdoktrin werden Staatsziele, militärische Konzepte, lokale Besonderheiten and „skills“, zusammengeführt und übertragen auf militärische Belange. Frunze wird zitiert mit: „‘unified military doctrine‘ is the aggregate of military attainments and military bases, of practical methods and national skills which the country considers best for a given historical moment and which permeate the military system of the state from top to bottom. Aus dieser Langzeitsicht erklärt sich dann eventuell der “ritualisierte” Nazivergleich von Putin mit Bezug auf die Ukraine als der ewige Feind des Bolschewismus sowie die lokale Verbundenheit mit Teilen der Ukraine als ureigener Teil der größeren, russischen Heimat. Es stehen sich dementsprechend in der Ukraine eine ritualisierte Militärdoktrin einer auf Realpolitik basierenden Militärstrategie gegenüber. Was bleibt? Diplomatie als realistisches und strategisches Ritual bleibt der Ausweg aus der Krise. Krim-Sekt mit Putin? Geschmacklos ja, aber wenn es dem Frieden dient, vielleicht doch nötig?
Hintergrundliteratur: CARLES JOVANÍ GIL S.203-222. in “Pulling together or pulling apart? Perspectives on Nationhood, Identity, and Belonging in Europe” by Belenguer and Brady (eds.) 2020.

Über Clausewitz1

„Sur Clausewitz“ von Raymond Aron (1987) eröffnet die Perspektive auf das Gedankengebäude, Gedankenexperimente, Paradigmen und Theorien des Krieges. Aron beginnt seinen Vortrag 1980 in Berlin mit dem bekannten, markanten Satz von Clausewitz: Der Krieg ist die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln (S.14). Gescheiterte Diplomatie führt dann zur Steigerung der Gewalttätigkeiten. Wichtig ist seine Sicht auf Clausewitz als „théoricien de la guérilla, de l’insurrection populaire“ S.19. Der Begriff der Volksbewaffnung“, den Aron zitiert, haben wir erneut in der Bewaffnung von Personen in der Ukraine beobachten können. Aron hebt in seiner „analyse clausewitzienne“ hervor, dass es nach Clausewitz im Krieg nicht um Siegen geht, sondern um das Erreichen von bestimmten Zielen (S. 33). Siege sind Teil einer Taktik, nicht aber von strategischen Zielen. Das verdeutlicht die rationale Sicht auf Ergebnisse, Einsätze, Verluste und die Zeiten, vor, während sowie nach dem Krieg. Diese rationale Sicht auf Krieg ist erschreckend nüchtern, da Menschenleben nicht emotional in das Kalkül eingehen. Vergangene Kriege werden zur Konstruktion der Theorie verwendet und spätere Autoren wie Raymond Aron verwenden die Theorie zur Subsumierung und Erklärung der verwendeten Strategien späterer Kriege. Eine der überraschend anmutenden Folgerungen von Clausewitz ist beispielsweise die Überlegenheit der Verteidigung gegenüber einem Angriffskrieg. Dieser besteht darin, sich nach anfänglichem Rückzug die Orte der Kämpfe „wählen“ zu können. Zusammengenommen mit der Bewaffnung der Bevölkerung lässt sich im Krieg in der Ukraine, die Möglichkeiten der Verteidigung umreißen. Ein überraschendes Hinauszögern des Krieges ist vielleicht ein kleiner Sieg, es geht aber um die Erreichung von übergeordneten Zielen auf beiden Seiten. Was diese Ziele sind, bleibt zunächst verborgen und ist mehr im Politischen als im Militärischen zu suchen. Russische Innenpolitik, Machterhalt der Militäreliten auf der einen Seite, westliche Anbindung und Unterstützung auf Seiten der Ukraine. So könnte eine „realpolitische Analyse Clausewitzienne“ aussehen. Nüchtern, wie auf einem Schachbrett, eventuell versteckten Regeln folgend, die mit symbolischen Aktionen taktiert, oft die wirklichen Ziele verbergend. Auszug aus Le Monde vom 18.3.2022 ergänzt die Analyse.

Tanz in Berlin

Anne Teresa De Keersmaeker hat mit ihrer Kompanie “Rosas” in dem Stück “Dark Red” in der Neuen Nationalgalerie eine traumhafte Inszenierung ihrer Choreografie verwirklichen können. Zu modernen Klängen einer Querflöte tanzt in dieser riesigen leeren Halle die Choreografin erst selbst bevor eine andere tanzende Person auftritt. Wenige überschwengliche Sprünge oder ausgreifende Bewegungen begleiten die Live-Musik. Nahezu reflektierte, introvertierte Bewegung setzt Kontrapunkte zu der verschwenderischen Architektur von Mies van der Rohe. Die Eingangshalle der Neuen Nationalgalerie ist eine Bühne, wie sie die Choreografin De Keersmaeker liebt, hat sie doch feste Engagements in klassischen Opernhäusern abgelehnt wegen der Beengtheit der Bühnen und Blickwinkel. Die 360° anzusehende Performance und beliebig sitzende oder stehende Zuschauende sind Teil des Konzepts “Dark Red”. Zum Abschluss geht die tanzende Botschaft raus in die Welt und löst das Bühnenkonzept auf. Eindrückliche Bilder entstehen so, die stärker und nachhaltiger sind als das klassische Repertoire, durch Anlehnen an Streetdance und Reflektionen über Bewegung, Raum und Grenzen. Schade, dass es nur 3 Tage mit jeweils 3 Performances Ende März 2022 gab. Vor der einmaligen Kulisse der Nachbarbauten erlaubte das Zusehen wechselnde Bühnenbilder und Erinnerungen an die offenen Ateliers der Berliner Tanzwochen. Nur das Publikum blieb noch etwas steif am Samstag morgens um 11 Uhr. Auf dem Foto unten im Profil ist die aktive Tanzende und Choreografin gleichzeitig Teil und Kopf der Performance.

Claus e witz =/ Clausewitz

Als Studierender der Politikwissenschaft in Wales (U.K) hatte ich die Möglichkeit im Politikfeld der internationalen Politik, mich bereits mit den Schriften und der Rezeption des Militärstrategen Clausewitz auseinander zu setzen. Damals eher überrascht, dass der alte Clausewitz noch so intensiv gelesen wird, haben mich die kriegerischen Ereignisse in der Ukraine zurück zum Thema Krieg gebracht. Erst jetzt wird uns klar, wie weitgehend uns dieser Krieg beeinträchtigen wird. Nahezu alle Politikbereiche werden davon überschattet. Wer sagts dem Volk oder den Völkern? Es ist wohl das, was die Generäle Russlands wollen. Wiederherstellung ihrer Bedeutung im politischen System wird dabei hohe Kosten verursachen und, je nach Ausgang, ihre Stellung und Einfluss in Russland stärken. Der Einfluss der Generalität und deren Präsenz in den Medien hat bereits in der EU zugenommen. Säbelrasseln gehört wieder zum guten Ton! Moderne Waffen, koste es was wolle. Dabei sind wir gar keine Partei in diesem Krieg zwischen 2 Staaten jenseits unserer Bündnisse. Vertraglisch gesehen, aus moralischer Perspektive geht es um unser westliches auf individueller Freiheit basierendes demokratisches System und die Verteidigung dieser Werte. Das ist ein kostbares Gut. https://www.guggolz-verlag.de/buecher/alle-gesichter-des-todes

Animation

Das Animation Film Festival in Brüssel zeigt zahlreiche Beispiele der animierten Films. “Flee” =”Flüchte” ist der bestplatzierte Film, zu Recht. In einer Pause lässt sich dann neben den Workshops für Kinder und Jugendliche etwas rumspielen. Szene und Figuren sind vorinstaliiert und als Kamera kann dann auch mal ein Handy dienen. Script: Ukrainekrieg und seine Vorgeschichte. Zwei Soldaten üben erst einmal gemeinsam auf Zielscheibe schießen mit Platzpatronen. Plötzlich dreht sich einer von beiden um und richtet seine Waffe frontal auf den vorherigen Partner und schießt mit richtiger Munition. Ende offen.(Abspielen unten).
Geschichten und Lebensverläufe bildhaft erzählen war noch nie so einfach, trotzdem sind das viele Professionelle, die Animationsfilme erstellen. Brave new worlds im Entstehen. Das Metaverse ist nicht mehr weit, … wie heißt dein KF = künstlicher Freund? Was ist deine (Lebens-) Geschichte?

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