Black and White

Nothing is just black and white. Some animals have a representation or vision of images in black and white. Just like in computing full color modes or high resolutions use more power of chips and memory. In short colors are computationally costly. For our brains this is unfortunately just as important. Therefore black and white images have a certain advantage. On the one hand they reduce an image to its essential elements, on the other hand they allow a faster grasp of the message or content at sight.

The BNF presents a wide range of images in black and white from the time that color photography has been available, but photographers consciously chose to represent their image in black and white (1907-). Obviously with black and white photography we maximize contrasts. An image can be converted into a graphical representation like a black and white pencil sketch or drawing. A few more nuances are introduced in applying perspectives to capture or to produce by use of lighting forefronts and shadows.

Using different materials as support of photography allows us additional creativity and stunning effects. Lighting from behind the image is popular in advertisements on our high-streets. Last but not least using techniques of color photography gave rise in modern black and white photography to allow for chromatic transitions and contrasts within images.

All this is well documented in the exposition and ample examples make it a formidable visual learning experience. From the origins of just black and white we have come around to the fabulous and magical in black and white. In reducing to black and white the essential becomes more visible. The superfluous is blackened or whitened out. It is a skill of importance nowadays to focus on essentials and to find new ways to go beyond the obvious shot.

BnF 2023-11-10 B/W

Chrysanthemum

We all know Chrysanthemum as the flowers of the autumn season. For Christians the Chrysanthemum is popular to decorate the graveyards around all saints day or reformation day. But also in the commemoration of armistice day of the Great War 14-18 flowers to remember that last a little bit are widely spread throughout Europe. But climate change and a prolonged summer season threatens these traditions. It is not uncommon to spot even a few roses here and there. It may well be the one and only “last rose” in other places.

Maybe we have to reconsider our concepts of seasons and planting cycles. Less use of tap water, but rain water recovery instead will help us get through droughts and a prolonged summer. Let’s see what changes we shall live through in autumn and winter. Chrysanthemum in winter, Chrysanthemum for Christmas is strange idea. Maybe that is what we should expect from now on.

11.11.2023 Ile de France

Comme les peintres

« Moi aussi, comme les peintres, j’ai mes modèles ». So beginnt ein Gedicht von Jacques Prévert. Ein Klassiker der französischen Poesie. Prosagedichte sind eine Gattung der Gedichte, die in kurzen Texten einen Moment oder Augenblick einfangen und sublimieren. In diesem Genre publiziert Philippe Delerm seit Jahren prosaische Gedichte. Der in 2023 erschienene Band „Les instants suspendus“ reiht sich ein in die Sammlungen von Momentaufnahmen, die sprachlich veredelt die Wahrnehmungen schärfen und sie zum Salz des Lebens werden lassen.
Für Weinliebhabende drängt sich die Assoziation „vendanges tardives“ (späte Lese) auf. Während wir in deutschen Weinanbaugebieten ganz nüchtern die zu erreichenden Öchsle für die Spätlese zählen, verbindet Delerm mit den „vendanges tardives“ „une jeunesse prolongée, glissant vers la mélancolie, et célébrant mezza voce le mariage de l’automne et de l’été “. (2023, S.87).
Die Sammlung „Les instants suspendus“ – auf Deutsch vielleicht „Momente, die schweben“ bietet zahlreiche, aufheiternde und, ja auch erhebende Augenblicke, die trotz der Intensität der Schilderung für viele Menschen Anknüpfungspunkte bieten. Übersetzen lassen sich die Szenen schon, aber es schwingt bei den kurzen 200-300 Wörter umfassenden Texten viel französisches Flair mit.
Bei „Commander l’eau“ wird „Le bruit de l’eau dans la bouteille devient chant“. Wasser einfüllen ist Musik. Oder, « Le moteur de la deux-chevaux », der Motor des 2 CV, « c’était humble et c’est devenu chic », das war bescheiden und ist schick geworden. (S.82). Das federnde, schwebende Fahrgefühl wird bei Delerm ein „accord prolongé“, zu einem nachwirkenden, verlängerten Akkord.
Aus dem Netz der Spinne (toile d’araignée) wird der Stern der Spinne (étoile d’araignée) auf Seite 101. Fast alle hätten diesen Versprecher schon gemacht, aber es ist einer der Wenigen, den die Erwachsenen nicht berichtigen.
Lassen wir den Kindern ihre „instants suspendus“, ihre Momente der Poesie.
(Image: Innenansicht und S.9 Anregung Proust zu lesen im Vorspann).

Dramen

Jon Fosse hat bereits viel Erfolg mit seinen Dramen gehabt. Wahrscheinlich können wir sein umfangreiches Werk mit der Kenntnis von Ibsens Dramen und Becketts Dramen besser verstehen, falls Verstehen überhaupt eine relevante Kategorie ist Fosses Werk. Durchaus vergleichbar mit Beckett hat Jon Fosse früh schon erfolgreiche Aufführungen seiner Theaterstücke neben seiner norwegischen und skandinavischen Heimat in Frankreich. In Deutschland hat der Regisseur Thomas Ostermeier seine Werke in Salzburg und Berlin vor ca 20 Jahren bekannt gemacht.
Suzanne Bordemann beschreibt in ihrem Buch zu der Rezeption von Jon Fosse, wie der schriftstellerische Werdegang des Kunstschaffenden verlaufen ist. Interessant ist dabei die weniger bekannte Ausgangsbasis Fosses als Herausgeber der Literaturzeitschrift Bok oder seine literaturtheoretischen wissenschaftlichen Aufsätze. Selbst seine Tätigkeit als Übersetzer von Dramen aus dem Deutschen und dem Englischen hat sicherlich zu einer Ausprägung von Sprachfertigkeit geführt, die uns heute noch einzigartig erscheint. Schreiben hat enorm viel mit Lesen und stetigem Arbeiten an Texten vielfältigster Art zu tun. Dieses literarische Gesamtkunstwerk ist sicherlich Grund für die höchste Auszeichnung des Gesamtwerks mit dem Nobelpreis für Literatur.
Aus Stille lernen heißt dann für mich, Jon Fosse selbst zu Wort kommen zu lassen. Das hat Suzanne Bordemann in ihrem 2. Kapitel vorgemacht. Als Auszug möchte ich 2 Seiten (S. 26-27) zitieren, die für mich besonders aufschlussreich waren. Sicherlich Grund genug für eine intensivere Befassung mit diesem umfassenden Werk.

Stille

Die Würdigung zum Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie 2017 wurde gemeinsam an Jon Fosse und Hinrich Schmidt-Henkel vergeben. In 2023 kennen viele sicherlich den jüngst gekürten Literatur Nobelpreisträger Jon Fosse. Der Preis für Poesie aus Münster hat gleichzeitig den Übersetzer ins Deutsche mit dem Preis bedacht. Personen, die zwei- oder mehrsprachig aufwachsen oder leben, sind mit der Thematik der Übersetzung hinreichend vertraut. Dennoch ist die Übersetzung von Literatur und Poesie eine spannende Herausforderung.
„Diese Stille herbeischreiben“ ist der Buchtitel in dem sowohl ausgewählte Beispiele der Poesie von Jon Fosse auf Norwegisch, als auch die Übersetzungen dokumentiert sind. Die einleitenden Beiträge über die Kunst und das Handwerk der Übersetzungen verdienen ebenfalls eine Aufmerksamkeit, da dort die neben Wortschatz, Syntax, Grammatik, Stil auch über den Duktus oder die Haltung des Autors zu seinem Inhalt gesprochen wird. Unmittelbar nach der Begründung der Jury für die Preisverleihung ist das Gedicht „denne uforklarlege stille“, übersetzt mit „diese unerklärliche stille“ abgedruckt (S.70). Dieses Gedicht endet mit den Zeilen:
„Das ist was wir immer wieder erzählen sollen
und was nie erzählt werden kann
Das ist was wir sind und tun“
Jon Fosse ist es gelungen, diese Stille herbeizuschreiben und Hinrich Schmidt-Henkel hat die Herausforderung als ästhetisches Projekt (S.32) gemeistert, sich die Freiheit der Wortwahl zu nehmen und gleichzeitig dem Original treu zu bleiben.
Schon lange bevor es die Übersetzungs-KI gab, war die Kunst der Übersetzung nicht nur das „Was zu schreiben ist,  … und das wie zu schreiben ist“, sondern „auch die Kategorie der Haltung“. (S. 33-34).
Der Begriff der Haltung wir sicher deutlich an dem für Jon Fosse so wichtigen Begriff der Stille. Eine beredte Stille ist zu einer gängigen Redewendung geworden. Wind gehört im norwegischen Kontext zur Stille dazu. Bald wird dröhnt es bei uns wieder in der Vorweihnachtszeit aus den unglaublichsten Ecken „Stille Nacht, …“. Meditation und Stille ist in Religionen ebenfalls allgegenwärtig.
Stille üben fällt schwer. Ein solches Konzept von einer Sprache und Kulturkreis in einen anderen zu übersetzen ist Meisterwerk. Das werden wir noch lange nicht der künstlichen Intelligenz überlassen können. Frage an ChatGPT: „Was ist Stille?“ – … KI: „Stille ist …!” –
Oh just shut up, it was a rhetorical question.

Taxing Europe

From time to time it is helpful to compare basic tax rates, for example value added tax, across the EU to understand the different economic and social policy approaches. The range of VAT from Hungary 27% to Luxembourg 17% is astonishing and it does not really feel like we are together in a common market. Okay, the illiberal, authoritarian state of Hungary is taxing the most, a clear message to visitors from another European country that this authoritarian state is relying on tax on consumption of its own people and visitors to foot the bill of state expenditure.
It is also interesting to realise that some countries with lower VAT rates have disproportionate public debates about supposed tax burdens. Tax levels are a political choice and much depends on redistributive appropriate use of tax receipts to the benefit of all or specifically those most in need. The potential for redistribution to parents, children, pensions, the poor or green investments also relies to some extent on the overall budget. The most surprising thing is the absence of a debate about tax rates, the size of the tax base and the ample exemptions or reduced rates. Of course, most of us complain about income taxes, but we all agree that it is nice to see that someone is taking care of the abundant autumn leaves or lighting of streets in the darker seasons. Even Adam Smith wrote in favour of the “night-watch state” that assures sufficient security levels. Taxing Europe to ensure that this role of the state can be taken seriously is still a common denominator across Europe.
Image: own presentation based on EU-data from 2022 LINK.

Gespenster

Passend zu dem alljährlichen Hype und Kommerz zu Halloween Ende Oktober, öffnet die Sonderausstellung zu Otfried Preußlers 100. Geburtstag. „Die kleine Hexe“, Das kleine Gespenst“, „Der Räuber Hotzenplotz“ oder seine deutsche Übersetzung des Kater Mikesch haben mehrere Generationen von Kindern und Eltern begleitet. Fantastische Geschichten haben bereits seit langer Zeit Kinder begeistert. Eine gute Hexe und ein liebenswürdiger, eigentlich ungefährlicher Räuber passen in die kindliche Vorstellungswelt. Lange vor dem Spektakel um die Meerjungfrauen, hatte Otfried Preußler den kleinen Wassermann erstehen lassen. Diese Geschichten machten Otfried Preußler zu dem erfolgreichsten deutschsprachigen Geschichtenerzähler nicht nur für Kinder. Ein Glück, dass der Nachlass seit ça 10 Jahren in der Stabi Berlin aufbewahrt wird. Es hat sich bereits ein reges Besucherinteresse eingestellt, denn die Bilder zu den Geschichten haben sich tief in das Gedächtnis von Kindern und Eltern eingegraben.
Die vielfältig zusammengestellte Ausstellung bietet abwechslungsreiches, unterhaltsames und hintergründiges Material, um den Werdegang und Schaffensprozess des Schriftstellers zu verdeutlichen. Die liebenswerten Figuren der bekanntesten Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. Verwertungen von der Augsburger Puppenkiste bis zu den Fernseh- und Kinofilmen in späteren Jahren haben die Geschichten mit ihren liebenswerten Charakteren ein bleibendes Kulturgut werden lassen. Mit den dunkleren Kapiteln seiner Vergangenheit hat er sich ebenfalls in seiner Geschichte „Krabat“ auseinandergesetzt, die jedoch viel weniger bekannt ist. Das Verdienst dieser Ausstellung ist jenseits der emotionalen Verbindung zu den Geschichten Otfried Preußlers, Hintergründe zu beleuchten. Nach anfänglichem Misserfolg, Ablehnung eines Verlags, dann 9 Monate warten bis ein positiver Bescheid eines anderen Verlags vorliegt, entschied sich der Leiter einer Volksschule seinen Lehrerberuf in gesicherter Anstellung aufzugeben. Mit seinen Kinderbüchern hat er unzählig viele Kinder mehr erreicht.  (Link zur Ausstellung online Material)

Youth Reserve

As the Russian aggression in Ukraine continues its war in Ukraine, it is important to analyse the impact of the prolonged war. Certainly, Russia underestimated the length of the war in the first place. We shall be soon in the 20th months of the aggression. It is not only an aggression on Ukraine territory and Ukrainians, but also a disaster for all those fighting on Russia’s side. Many young recruits to the army did not expect to be drawn up and be compelled to fight on front lines of a war. Most of these young people will not even really why they are risking their life. Russian imperialistic behaviour is not what they imagined to be their future role.
Putin has changed the story book of millions of youth, for those of the soldiers and those who left the country in time to evade been pulled into the horrors of war. With so many months passing while at war, each birth cohort of Russians completing their schooling and serving in the military will face existential threats to their very survival. It is likely to be a lost generation that cannot think of other opportunities rather than passing through the hierarchies of the military ranks. It was not their war at the beginning, but Putin and the old military commanders who are responsible for the mess, but youth pays the highest price in terms of foregone other professional careers and development rather than death or mutilation.
The defence by Ukrainians with better equipment arriving day by day is likely to increase the losses of the Russians, where many still do not know why they are sent to fight. The price for Russia to pay for the aggression is rising every day Ukraine manages to defend itself. Other countries in the neighbourhood of Russia were very surprised of the ruthless imperialist approach by Russia. They stepped up their defences considerably to guard against another extension of the conflict. The toll is on youth even beyond Russia and Ukraine.

Trees

Looking at trees is relaxing. At least this is true for most of us. Some researchers, however, have a stressful time to sort out what it is exactly about trees that causes this impression, perception or feeling. Time to do a few studies on this issue (Lancet RM, 2023). Most likely it is the size or the number, maybe the surface or volume covered by trees that have an impact on us. Maybe it is the sequence of seasons that really causes the pleasant feeling about trees. Perhaps the fresh air, shadow in summertime or more the birds and squirrels or dogs that „inhabit“ the trees in neighborhoods that are important to us. More and more cities really develop sizable programs to care about their green spaces. In a simple cross-sectional study it seems the visibility of trees that is important rather than other effects. More sophisticated second round effects like oxygen levels or meeting points like in rural areas seem not to matter as much in cities currently. The study cited below invites us to devote more consideration to trees which we took for granted for far too long.

Ordóñez, C., Labib, S.M., Chung, L. et al.Satisfaction with urban trees associates with tree canopy cover and tree visibility around the home. npj Urban Sustain 3, 37 (2023). https://doi.org/10.1038/s42949-023-00119-8

Weinpropaganda

Staatspropaganda kann viele Wege gehen. Die von Christof Krieger ausführlich beschriebene Propaganda mittels Wein, für das nationalsozialistische Regime Werbung zu betreiben, ist ein gelungenes Beispiel für eine bisher wenig beleuchtete Propaganda. Im Sinne einer populären Strategie, Wein für die Massen zu produzieren, konnte die günstigem Wetter geschuldete Überproduktion bei Abnahmegarantie zu Festpreisen in den ersten Jahren der Nazidiktatur dem Volk, das als Luxus geltende Weinsaufen, nahegebracht werden. Ansonsten wäre eben Industriealkohol entstanden. Wir kennen die Thematik aus der EU-Agrarpolitik. Die von den Nazis organisierten Weinpatenschaften bestehen vielfach als „Städtepartnerschaften“ fort. So war beispielsweise das reiche Düsseldorf mit dem kleinen Winzerdorf Graach bei Bernkastel-Kues verbunden. In Berlin finden sich eine ganze Reihe von Plätzen und Straßen, die nach kleinen Weinorten benannt sind inklusive der alljährlichen stattfindenden Weinfeste.
Die Veröffentlichung der Dissertation im Rhein-Mosel-Verlag ist vorerst vergriffen, aber sicherlich bald wieder erhältlich. Das Interesse an diesen Verbindungen ist groß, da damit viele Familiengeschichten eventuell neu aufgearbeitet werden müssen. Plötzliche große Nachfrage schaffte Begünstigte und neue Abhängigkeiten. Wie sich später herausstellen sollte, führte das politische Eingreifen in den Markt zu erheblichen Verstrickungen. Also einfach nur Saufen ist auch nicht mehr wie früher, war es eigentlich nie. Bier saufen für die lokale Landwirtschaft ist ja auch nicht wirklich nachhaltig.