The performance of large language models (LLMs) with respect to text recognition and drafting texts is impressive. All those professions that draft a lot of texts have often decades of experience with using word-processing software. The assistance of software in the field of texts ranges from immediate typo corrections to suggestions of synonyms or grammatical corrections in previous word-processing software.
The improvement of AI stems for example from the potential to suggest alternative drafts of the text according to predefined styles. A very useful style is the “use of easy language”. This rewriting of texts simplifies texts in the sense that longer and more structured sentences are split into shorter ones, lesser-known words or acronyms are replaced by more common or simpler words. Some languages like German have a particular need to use easy language when it comes to administrative regulations and procedures. Public services that aim for inclusiveness of for example older persons or youth can become much more accessible if the use of easy language is spread more widely. Just keep in mind the large numbers of so-called “functional illiterates” (OECD study “PIAAC”) in all OCED countries.
AI can do a great job in assisting to reach a broader public with texts adapted to their level of literacy and numeracy competences. Webpage Designers have made use of Search Engine Optimization (SEO) for years now. The most common way is to use frequently searched keywords more often on your website in order to be found more often by search engines like GOOGLE et al. Additionally, AI allows to explain keywords, sentences or even jokes to you (Spriestersbach 2023 p.111). This may help in situations when cross-cultural understanding is important.
We have made use of optical character recognition (OCR) for a long time now in public services as well as firms and for private archives. AI is taking this “learning experience” to the next level by making use of the content of the recognized text. Predicting the following word or suggesting the next sentence was only the beginning of AI with respect to texts. AI can draft your speech to plead guilty or not guilty in a court. But we shall have to live with the consequences of making exclusive use of it rather than referring back to experts in the field. AI please shorten this entry, please! 
Cinema D
In terms of statistics cinemas are almost back to the pre Covid levels of spectators. The sector is worth in Germany close to 1 billion € in 2023. The price level has risen as well but many cinemas have upgraded their cinema experience as well in terms of comfort, audio and visual quality. Traditional houses provide chairs that compare well with home comfort and for a little more you can put up your feet as well after a long workday. Drinks and food may be served directly at your seats so the time to relax is guaranteed. However, this depends a lot on what type of movie you have chosen. The movie industry has adapted to modern technology and comfort. The turnover of a movie theatre is supported a lot by the consumption of beverages on site and they make huge efforts to prolong the visit beyond the screening of the movie. The competition for the time and money of the consumer is intense. The quality of the whole experience will determine the survival of the cinema. It is worth much more than a second best solution for rainy days or the cold season.

Mehr vom Meer
Wir sollten uns mehr um das Meer kümmern. Länder ohne Küsten finden meistens wenig Gründe, warum sie sich um das Meer bemühen sollten. Es ist doch so weit weg. Weit gefehlt. Erderwärmung erhöht die Meerestemperaturen und das wiederum beeinflusst massgeblich die Regenfälle im Inneren der Kontinente. Wir sitzen buchstäblich alle zusammen in einem Boot. Historisch betrachtet war das Meer mindestens seit der Antike Teil des machtpolitischen Kalküls der Beherrschung der Welt und der sie Bewohnenden. Wirtschaftliche Interessen waren ebenfalls Bestandteil der Erkundung und Eroberung des Meeresraums. Die Hansestädte in Europa bieten dazu noch heute gute Beispiele. Nach dem Sklavenhandel sind heute die Überseekabel und Rohstoffe des Meeres die begehrten Schätze des Meeres. Der Artenreichtum der Tiefsee wird erst seit kurzer Zeit intensiver erforscht. Externalisieren von Kosten des Umweltschutzes zu Lasten unserer Meere hat noch wenig Berücksichtigung in Wirtschaft und Gesellschaft gefunden. Tourismus- und Migrationsströme zum Meer, auf dem Meer und über das Meer stellen uns vor große Herausforderungen. Wir werden sicherlich mehr über das Meer reden müssen, und das ist keine Mär. Image aus „Europa und das Meer“ (DHM).

Geister
“ Herr, die Not ist groß!/ Die ich rief, die Geister/ werd ich nun nicht los.“ Dieses Zitat aus dem Zauberlehrling von Goethe aus dem Jahr 1797 könnte im Juli 2023 von Putin ausgerufen worden sein. Als der von ihm geförderte und üppig finanzierte Chef der Wagner-Armee Prigoschin plötzlich auf Moskau losmarschierte. So sehen das viele Analysten zu Beginn des scheinbaren Angriffs auf Moskau eigener Söldnertruppen. Frei nach Goethe fragen wir uns also: Wer und Wo ist der Meister? Wer ist hier der Zauberlehrling? Aber schon Goethe hat seine Ballade rasch und ohne Überraschung aufgelöst. „In die Ecke, Besen, Besen! Seids gewesen. Denn als Geister ruft euch nur zu seinem Zwecke, erst hervor der alte Meister.“ So entpuppt sich am Ende Putin wohl als der Meister und Progoschin „nur“ als sein Zauberlehrling.
Das ist nicht die herrschende Meinung der Redakteure und Editorialisten (Süddeutsche, LeMonde). Literatur der Romantik sollte besser aus der Tagespolitik herausgehalten werden. Weit gefehlt. Sie weitet den Blick auf Herrschende, meist Autokraten, und ihre tragischen Lebensverläufe.
Jetzt mal eine ernsthafte Vision(?) eines Politikberaters. Da die Mission von Prigoschin mit Unterstützung oder angeordnet von Putin in Butcha als abgeschlossen galt, und das Staatsheer diese Aufgabe übernommen hatte, wäre Prigoschin arbeitslos geworden. Den treuen Chefkoch Prigoschin aus St. Petersburger Zeiten, der Putin in seinen Restaurants schon hätte vergiften können, hat seinem Meister vorgeschlagen, Putins faktischen Schutz vor einem Anschlag oder einer militärischen Einsatzgruppe zu testen.
Militärisch gesprochen, läuft das entweder unter einer „false flag attack“, eines mit russischer Flagge getarnten Angriffs, oder einer „white flag attack“, dem Vorspiegeln einer geschützten friedlichen Mission (vgl. trojanisches Pferd).
Aus der Sprache der Börsianer kennen wir ebenfalls die „weiße Ritter“ Attacken. Dabei versucht ein anderes Unternehmen, eine InvestorIn oder eine im Hintergrund agierende Person (Progoschin), eine feindliche Übernahme eines Unternehmens zu verhindern. Dabei sind Mehrheitsbeteiligungen am Zielunternehmen oder Fusionsangebote die gewollte Lösung und Abwendung der feindlichen Übernahme.
Im Internetzeitalter kennen wir die bezahlten Hacker, die eine Webseite eines Unternehmens oder Behörde auf Schwachstellen testen und damit Datenschutz, Erpressung und Ausfälle vermeiden helfen.
Klingt alles kompliziert, ist es aber nicht. Es ist einfach Teil des modernen Arsenals von Strategen à la Clausewitz. Schachspielen mit echten Söldnern ist grausam und kostet echte Menschenleben für den Machterhalt. Der militärische Probealarm wurde getestet und der Schutz um Putin, den Meister mit seinem Zauberbesen kann verbessert werden. Sein Zauberlehrling Prigorschin ist wohl vielleicht sogar vom Springer (Schachfigur) in einen Turm eingetauscht worden. Vielleicht ist er aber schon längst die Dame an der Seite des Königs oder eben einer der Geister im Umfeld von Putin.
Recht auf Wohnen
Das Recht auf Wohnen ist ein Grundrecht.
Grundrechte sind nicht verhandelbar, so wie die unveräußerlichen Menschenrechte. Selbst unsere Wohlstandsgesellschaften tun sich recht schwer damit, ein einfaches Wohnrecht für alle zu verwirklichen. Ganz besonders in Städten, die eine hohe und stetig steigende Nachfrage nach Wohnungen verzeichnen. Da will viel geplant und gebaut werden. Dennoch läuft das Angebot an Wohnungen der Nachfrage ständig hinterher.
Nicht überall (nur ein kleines Dorf in Gallien). Weite Landstriche leiden am beständigen Fortzug von Jungen, die eine noch stärker alternde Einwohnerschaft auf dem Lande zurücklassen.
Das atemberaubende Großstadtleben hat viele Vorzüge. Bildung, Wissenschaft, Kultur, internationale Unternehmen und höhere Toleranzschwellen. Nach solchen Erfahrungen fällt die beengte Dorfgemeinschaft schwer, selbst wenn viel Platz, Luft,Wasser und Wohnraum preiswert zur Verfügung stehen. Gute Verkehrsanbindung des ländlichen Raumes an die Innenstädte mit ihrem vielfältigen Angebot ist ein zentraler Lösungsbaustein. Das Häusle in der Vorstadt, abends in die Oper, morgens im See nackt baden und mittags nach Smoothie im Himalaya Restaurant vegetarisch speisen. Die neue Bohème gleich in vielen Aspekten den Eliten der 20er Jahre. Schön und gut.
Die Kehrseite der Medaille (Avers – Revers) waren die großen Wohnungsbaugesellschaften der 10er und 20er Jahre, beispielsweise in Berlin, die für wachsenden und erschwinglichen Wohnraum sorgten. Die großen Firmen der Epoche haben bei den neuen Siedlungen kräftig mitgeholfen. Es gab Zeiten, da haben Arbeitervereine und Gewerkschaften gemeinsam in die Hände gespuckt und sich staatlich unterstützt, preiswerten Wohnraum selbst geschaffen. Eine Gefahr von Korruption besteht, kann aber kontrolliert werden.
Die Herausforderung durch die hohe Inflation steht im Untertitel des Zeitungsartikels der Berliner Zeitung: „Die sinkende Reallohnentwicklung“ führt zu zusätzlichen Ängsten und realer Bedrohung für die vielen Geringverdiener, Arbeitslosen und Integrationsbedürftigen. Das braucht rasche Antworten, nicht nur von den Parteien, die „sozial“ in ihrem parteipolitischen Namen führen. Obwohl, schnell geht im Bauwesen selten etwas. Großspurige Ankündigungen werden nur selten eingehalten, besonders bei Wohnungsbauprojekten. Das Recht auf Wohnen bleibt ein Beispiel für die Notwendigkeit und für die Herausforderungen einer sozialen Marktwirtschaft. 
Touraine
Alain Touraine hat die französische Soziologie entscheidend geprägt. Aus seiner außergewöhnlichen Biografie wird rasch ersichtlich, wie er nicht nur seine Leben, sondern auch seine Art der Soziologie „von untern“, vom Individuum her, gedacht hat. Gerade der Prozess der Subjektivierung, die Autonomie des Subjekts betonende Sichtweise bildet ein Gegengewicht zu dem systemischen Blick auf Gesellschaft, beispielsweise von Luhmann. Soziale Bewegungen, die auf dem Engagement von Personen gründen, sind unverzichtbarer Bestandteil von Demokratien.
Neben Begriffen wie die post-industrielle Gesellschaft oder neue soziale Bewegungen hat Alain Touraine weit mehr als die “Sociologie du Travail” in Frankreich geprägt. Bereits seine Dissertation über « L’Évolution du travail ouvrier aux usines Renault“ in 1955 unterstrich sein Interesse an den Lebensverhältnissen der arbeitenden Bevölkerung. Der Umfang seiner soziologischen Studien, die schon früh große Umfragen beinhalteten, war im besten Sinne des Wortes problem-orientiert, besser noch politik-orientiert. Dabei übernahm er immer Verantwortung, seine Lösungsansätze politikberatend einzubringen. 
Die Würdigung von Alain Touraine in einer Podcastserie von 5 x ½ Stunde aus 2019 bei France Culture gibt einen groben Überblick über die prägende Wirkung von Alain Touraine jenseits von seinen soziologischen Arbeiten. An dieser Persönlichkeit wird zusätzlich deutlich, wie sprachliche Grenzen, selbst in den Köpfen von soziologiebetreibenden Forschenden selbst im 21. Jahrhundert fortwirken. Das hat selbst Alain Touraine mit gut 90 Jahren an sich kritisiert. Asiatische, arabische und afrikanische Denkanstöße kamen wenig in seinem Werk vor. Vielleicht reicht ein Leben nicht dafür, zumindest die Zugänglichkeit der Weltliteratur hat sich erheblich erweitert. Bleibt die Frage nach der Zeit und dem Willen, sich auch andere Denkgebäude, -begrifflichkeiten und -kulturen zu erarbeiten.
Indigo Waves
„Indigo“ is an almost mystical colour. Its deep blue nature refers to profoundness and in combination with oceans to a surprisingly still largely unexplored world of biodiversity. Additionally, in association with endlessly forthcoming and retreating waves, indigo reveals its many possible shades. Oceans separate or link continents and it is this feature of Oceans which is explored in the exposition “Indigo Waves and Other Stories” (Gropiusbau). Beyond our all to common focus on the transatlantic relationships, “Indigo Waves” explores the links between the African and Asian continents. Embarking on a new narrative for the Afrasian Sea, i.e. the Indian Ocean, we are taken to new horizons through the continuous challenge to our value systems, comprehension of art, poetry or culture more generally. The exposition, through multiple challenges, succeeds in displacing us into the context of other perspectives. Following Oscar Murillo, imagine to view the water roses from Claude Monet (Les Nymphéas) from below the surface. What do you expect? In Europe? Near a barrier reef in the Indian Ocean? Beauty is often not visible at first sight, yet it is co-determined by the currents that build and potentially destroy it (compare photo from exhibition below). The balance of social ecosystems is easily messed-up just like the beauty of ecosystems in nature. “Indigo Waves and other stories” tells us other versions of the colonial stories most of our history books told us for centuries. It is an eye-opening exposition, but probably not the way we expect. Following a poem towards the end of the exhibition by Tishani Doshi “Do not go out in the storm”, we are drawn into the ambiguity of our existence irrespective of the continent of origin. Jack Beng-Thi preserves a poem from Jean Joseph Rabearivelo in his artistic book creation and installation to bring to light “indigo waves”. “vos yeux clignotent dans l’azur, et je les appelle : étoiles. ” (Translated suggestion: “your eyes blink in the blue sky, and I call them: stars). 
Macht Raum Gewalt
So heißt der Titel der umfangreichen Ausstellung im Haus der Akademie der Künste, direkt neben dem Brandenburger Tor. Nur 3 Monate bis 16.7.2023 lässt sich durch die Architektur, Planung und Umsetzung zur Zeit des faschistischen Regimes in Deutschland taumeln. Angesichts der monströsen Verbrechen und der unterliegenden ideologischen Doktrin wird die Frage „macht Raum Gewalt?“ auf 2-fache Weise beantwortet. (1) Raum macht Gewalt und (2) Gewalt macht Raum. Das gestalterische Element von Architektur schafft Räume, die individualisieren, personalisieren oder entpersonalisieren können. Die Uniformität im Faschismus kreiert eine visuelle Sprache, die durch ihre Art Räume und Räumlichkeiten zu gestalten gezielt entpersonalisiert. Gewalt- und Machtausübung fällt darin leichter. Räume und Gebäude wurden der Menschlichkeit enthoben, gebaut, den Menschen zu überleben.
So fällt es in entpersonalisierten, bewusst überdimensionierten Raumkonzepten, leichter Gewalt gegen Menschen vorzubereiten und durchzuführen. Die 1. These „Raum macht Gewalt“ lässt sich sozusagen empirisch in der Ausstellung durchwandern. Die 2. These „Gewalt macht Raum“ wird ebenso eindringlich durch die Dokumentation der Zwangsarbeit, Konzentrationslager und massenhaft ausgeübten physischen und psychischen Gewalt durch die herrschenden Faschisten verdeutlicht. Wenn Wörter und Stimmen von Augenzeugen zu fehlen beginnen, werden die Texte, Zeichen, Bilder und Stummfilme zu Dokumenten, wie mit Gewalt Raum gemacht wird. Der expansionistische, imperialistische Drang der Faschisten machte vor keinen Grenzen halt. Juristische Grenzen, menschenrechtliche, moralische oder Landesgrenzen spielten keine Rolle mehr. Rechtsbeugung und Missbrauch war an der Tagesordnung, um Raum, Macht und Gewalt menschenverachtend durchzusetzen.
Die architektonischen Nazi-Hinterlassenschaften, weiterhin sichtbar in Berlin, München und Nürnberg werden nur in den markantesten Bauwerken dokumentiert. Das reicht schon, den historisch bewussten Blick zu schulen. Selbstverständliches Hinnehmen von diesen Anblicken verbietet sich. Das Übertünchen des Adlerkopfes mit weißer Farbe, Symbol für den amerikanischen Adler, sollte in uns die Dankbarkeit für die Befreiung von der Nazi-Diktatur festigen und dazu beitragen, den Tag des Sieges 8.5.1945 der „Alliierten Streitkräfte“ als Tag der Befreiung zu feiern. 
Priming
Nicht nur PsychologInnen müssen über den „Priming Effekt“ Bescheid wissen. Ein vorhergehendes Wort, Bild oder eine kurze Geschichte oder eben ein Blog-eintrag können in der Erinnerung Assoziationen hervorrufen, die das Verständnis oder die Einordnung der neu hinzukommenden Information (Wort oder Bild etc. ) wesentlich beeinflussen.
Bei dem Blog-eintrag zu „Barbie“ kann das relativ einfach nachvollzogen werden. Mit einem Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus, über Täter und Opfer sowie Strafverfolgung und Gerichtsbarkeit als Vorgeschichte oder Vorlektüre wird bei dem Wort „Barbie“ schnell die Assoziation Klaus Barbie in Erinnerung gerufen.
Ein anderes Priming im Kontext von Geschichten zu Geschlechterrollen, Kinderspielzeug, Kleider anziehen, Schönheitsideale sowie Mode erzeugen mit dem nachfolgenden Wort „Barbie“ unmittelbar Assoziationen mit dem Konsumartikel der Barbie als weiblicher Spielfigur bei den meisten Personen. Unser Gedächtnis oder vorherige Informationen lassen uns nicht mehr unabhängig oder unvorbereitet neue Information aufnehmen. Dieser psychologische Effekt auf unsere Meinungs- und Informationsfreiheit kann rhetorisch oder strategisch zum Beispiel in Zeitungen genutzt werden. Wird Ökologie im Politikteil, Wirtschaftsteil oder dem Wissenschaftsteil einer Zeitung aufgeführt, wird bereits eine vorher bestimmte Erwartungshaltung der Lesenden erzeugt, der dann einfach entsprochen wird. Die transdisziplinäre Natur des Begriffs geht dabei schon weitestgehend verloren. Priming ist überall, das fängt wohl schon mit dem Wecker morgens an. Wie gut, dass die Snooze-Taste schon erfunden wurde. Zumindest kurz können wir uns der Illusion hingeben, noch für eine kurze Weile, dem allgegenwärtigen, alltäglichen Priming zu entkommen. 
Aphorismen L3
“Was für Aussichten würden wir bekommen, wenn wir unser Kapital von Wahrheiten einmal von demjenigen entblößen könnten, was ihnen nicht sowohl wesentlich ist, als vielmehr aus der öfteren Wiederholung zuwächst.“ (Lichtenberg S. 50). Die Wiederholung ist eine starke Lernmethode. Sie wird seit Jahrtausenden erfolgreich eingesetzt. Alle Religionen bedienen sich am liebsten täglich dieser Methode, um sich der Treue der Anbetenden zu vergewissern. Der Glaube im Glauben ist: Oft genug wiederholt ist gut verinnerlicht. Dabei bleibt ein Glaube ein Glaube, selbst bei ständiger Wiederholung. Lediglich so manchem Mensch erscheint durch regelmäßiges Wiederholen die Botschaft als verinnerlichte Selbstverständlichkeit. Wahrscheinlich ist es beruhigender, sich nicht täglich zu fragen, ob das 1x,2x,3x mal tägliche Einmassieren von Chemikalien auf Zähne und Zahnfleisch wirklich nachhaltig gesundheitsfördernd ist. Alleine dem Markt wollen wir das Thema nun auch nicht überantworten. Warten wir weiterhin auf die nächste entblößende, hoffentlich wirklich unabhängige, wissenschaftliche Studie dazu. Mit den Pestiziden in der Ernährung hat das bekanntlich nur sehr bedingt funktioniert. Wie schön, dass alle Jahre wieder Frühling kommt und die finsteren Tage hinter uns lässt. Wiederholungen lassen Routinen entstehen, die uns das ständige Hinterfragen ersparen. Rasch gehen wir über Fragen von Kindern hinweg: Muss ich heute in die Schule gehen? Dabei ist Hinterfragen von Wiederholungen ein wichtiges Lernen, dem Mitläufertum entgegen zu wirken. 



