AI or I

Generative AI receives a lot of attention. One of the main issues is, to study how AI interacts with humans. The hiring decision by managers or an AI algorithm is an interesting application. According to Marie-Pierre Dargnies et al. (2022) the preference for human decisions remains strong despite reasonably unbiased performance of an algorithm. The main issue is with the transparency of the algorithmic decision-making. As a worker or as a hiring manager the preferences continue to sit with the person rather than the AI. It is a worrying outcome, however, that if the rule of gender equality is removed from the algorithm both workers and managers tend to prefer the algorithmic outcome. I interpret this as a latent preference of study participants for gender bias, which could lead them to expect a more favoured outcome in case the AI makes the decision. Knowing what decision-making rules have gone into the hiring algorithm has an impact on all persons involved.
A new managerial competence is to be able to assess tasks carefully, whether you should perform the task yourself or delegate to AI. In this sense the old question: to do the task yourself or to delegate has simply been enlarged by an additional delegation option. The decision-tree goes from (1) To delegate or not to delegate, and (2) if I want/need to delegate, should I delegate to AI or somebody in person (not allowed to use AI).
I opted to use AI for image creation rather than to take a photo myself or by one from a professional photographer. (Image creation: NEUROFLASH AI – Image-Flash 2024-1-26)

Zwangsarbeit

Die Annäherung an das Thema Zwangsarbeit ist nicht einfach. Auch heute prangern wir zu Recht Zwangsarbeit egal wo auf der Welt an. Die mit weitem Abstand grausamste und umfangreichste Durchführung von Zwangsarbeit haben die Nazis in Deutschland und von ihnen besetzten Gebieten vollzogen. Neben den Schrecken der Konzentrationslager mit dem millionenfachen Mord an Menschen jüdischer Abstammung ist die Aufarbeitung der Verbrechen in Zusammenhang mit der Zwangsarbeit lange in den Hintergrund getreten. Selbst die Zeitzeugen wie Francois Cavanna (2020, S. 10-11) vertraten die Ansicht, dass im Vergleich zu den Ermordungen und Kriegsopfern ihre Erfahrungen und Leiden im Zusammenhang mit der Zwangsarbeit in den Hintergrund traten. („… cela me rendit plus modéré dans l’expression de mes souffrances. … nous ne pouvons que fermer notre gueule. Ce que je fais. »).
Neben der systematischen Ermordungsmaschine der Konzentrationslager in der NS-Zeit verdient das millionenfache Leid und die Terrordrohungen und Anwendungen der Nazi gegenüber den ZwangsarbeiterInnen eine angemessene Bedeutung. Das Dokumentationszentrum NS Zwangsarbeit in Berlin Schöneweide bietet dafür eine hervorragende Ausgangsbasis. Die Ausstellung ist für alle Altersgruppen geeignet. Behutsamer Einstieg für Schulklassen ab der 5. Klasse und zum Nachdenken anregend für Erwachsene mit Informations- und Lerninteresse. Das Ausstellungskonzept mit seinen vielfältigen biografischen Materialien von Zeitzeugen erleichtert, neben der Faktenfülle, einen emotionalen Zugang zum Thema. Online lässt sich beispielsweise die Verteilung der Zwangsrekrutierten die Arbeitsdienst leisten mussten je nach Stadtviertel oder sogar Straße verfolgen (Link Datenbank und Map).
Die Löhne für deutsche ArbeiterInnen und Ost-ArbeiterInnen aus den osteuropäischen besetzten Gebieten waren fast zehnmal höher. Die in westlichen Besatzungsgebieten zwangsverpflichteten Personen oder selbst anfänglich mit scheinbar höheren Löhnen als vor Ort (Organisation Todt) üblich angeworbene Personen erfuhren die spätere Abwertung ihrer Entlohnung. Es bleibt die Betonung auf Zwang, Terror und Einschüchterung bei der Zwangsarbeit meistens in menschenunwürdigen Massenbaracken aus industrieller Massenproduktion. Einstieg in die Erfahrung: NS Zwangsarbeit Dokumenteationszentrum.

Hinweise

Manchmal kommen wichtige Hinweise von ganz überraschender Stelle. So mancher zufällige Besuch in einem Buchladen kann zu einer „Révélation“ werden. In Frankreich im Jahre 2021 war der autobiografische Roman von Sorj Chalandon in jeder besseren Buchhandlung zu finden. Der Titel „Enfant de salaud“ war nun wirklich nicht gerade einladend. Es deutete auf irgendeine Weise mehr in Richtung eines Kriminalromans als auf eine Autobiografie. Der erste Hinweis auf dem rückseitigen Umschlag stammte vom Großvater an das Enkelkind. „Un jour, grand-père m’a dit que j’étais un enfant de salaud. “ Eines Tages hat mir mein Großvater gesagt, dass ich ein Kind eines Dreckskerls (Deutschlandradio Kultur) wäre.
Wie kann man damit umgehen? Dabei ist es wichtig zu wissen, die Bedeutung im Französischen bezieht sich auf zuvorderst auf Kollaborateure mit den nationalsozialistischen Besatzern. Der deutsche Titel „Verräterkind“ spiegelt die 2. Ebene des Romans ebenfalls gut wider. Der eigentliche Verrat besteht für das Kind in dem Aufwachsen ohne Vergangenheitsbezug, ohne Erklärungen oder zumindest Versuche der Kommunikation darüber. Letztlich ist es das Aufwachsen mit den Lebenslügen des Vaters in dieser Autobiografie, die den Sohn nachdrücklich beeinflusst und zutiefst enttäuscht. Das Wahrheitsstreben muss sich eben jeder selbstständig erarbeiten. Das wird allerdings mehr oder weniger stark von den Eltern ausgebremst. Gut, dass es Archive gibt, so wie gut informierte Personen, die vielleicht auch mal eine Abkürzung des Weges bei der persönlichen Wahrheitsfindung ermöglichen.
Ein Zitat von S.118 verdeutlicht die zusätzliche 2 Erzählebene des Romans. Der Sohn berichtet, dass er sich als Verräter an der Familiengeschichte fühlt, „j’ai seulement l‘impression de trahir mon père et ton mari.“ Am Ende des Romans (S. 260) steht unverblümt die Schlussformel: „Le salaud, c’est le père qui m’a trahi. “
Es brauchte viel Recherche, sich der Wahrheit anzunähern. Es geht eigentlich viel weniger um die Verbrechen des Vaters während der Kriegsjahre, als um die Selbstfiktion der Person des Vaters. Somit wird der gesamte Roman zu einem Lehrstück mit vielen Hinweisen zu intergenerationellen Beziehungen weit über die Grenzen Frankreichs hinweg. (deutsche Ausgabe DTV).