Fukushima

Ein Bericht über die Explosionen von 2 Blöcken des Kernkraftwerks Fukushima lassen uns Menschen ziemlich dumm aussehen. Wir glauben, alle möglichen katastrophalen Ereignisse vorhersehen zu können und werden doch wieder des besseren belehrt. In der Buchserie der Presses Universitaires de France (PUF) erschien in 2022 “Un récit de Fukushima” in dem der Direktor des Atomkraftwerkes vor der Untersuchungskommission berichtet, wie genau die verschiedenen Ereignisse Erdbeben und Tsunami mit der Verkettung von offensichtlichen menschlichen Fehlentscheidungen einhergingen. Planungsfehler, wie zu tief liegende Notstromaggregate, da rasch überflutet, sowie Kosteneinsparungen bei Vorsorge gegen als unrealistisch eingestufte Risiken (so starkes Erdbeben, Tsunami) haben die Katastrophe ermöglicht. Nach Tschernobyl haben wir nun Saporischschja fürchten gelernt. Das Atomkraftwerk Mykolajiw steht wohl als nächster Schrecken auf der Liste. Neben Planungsfehler, Kostensparen und menschlichem Versagen kommt nun die Gefahr von Nuklearkatastropen auf die Liste des Kriegsarsenals. Nicht als Bombe, wie wir bisher annahmen, sondern als nicht schützbare Infrastruktur, die kaum zu verstecken ist. Der nächste Tabubruch ist realistischer geworden. Die Kosten für Abwehrraketensysteme neben jedem Atomkraftwerk wohl etwas teuer und eventuell ineffizient. Wer befasst sich mit derartigen verbotenen Gedanken? Die Schrecken des 21.-ten Jahrhundert könnten sich als noch schlimmer gestalten als wir zu denken wagten. Atomkraft: die Geister, die ich rief, ich werd’ sie nicht mehr los.
Also eine dezentrale Energieversorgung durch Wind und Solar mit 100.000-den von kleinen Anlagen, in Gärten und auf Dächern erscheint als realisierbarer Lösungsansatz. Warum sagt das kaum eine/r? “Everyday for future” its easy. Mehr grüne Energie für Frieden = Greenpeace mal anders.

Spitzel

Warum der Tagesspiegel bei meinem früheren alteingesessenen Zeitungshändler “Spitzel” hieß, ist mir lange nicht klar gewesen. Ein ungutes Gefühl bei den gelegentlichen Käufen ist geblieben. Das Schimpfwort “Springerpresse” war schlimmer und “Lügenpresse” ist eindeutig ein Pressefreiheit misachtendes Statement. Der Unterschied zwischen Meinungen, wie und welche Meinungen in der Presse erscheinen kann verzerrt sein. Im großen und ganzen können wir mit unserer Presselandschaft in der globalen Aufmerksamkeitsökonomie noch zufrieden sein. Das Sinken der Zeitungslesenden um ca. 50% in den letzten 20 Jahren ist zwar recht dramatisch, aber hat vielfältige Gründe. Wenn aus Berichterstattung zunehmend Meinungs- oder Stimmungsmache wird, werden Personen, die Informationen suchen sich an andere Medien halten.
Es ist verständlich, Printmedien brauchen andere Finanzierungsquellen als Abos und Laufkundschaft (Grenze irreführende Werbung). Den “local turn” der Lesenden bei gleichzeitig Qualitätsbewusstsein bei überregionalen Zeitungen, was Auflagen steigen lässt, hat der “Spitzel” vollzogen. Da Überregionalität in Deutschland kaum mehr zu erreichen ist, begibt sich der “Tagesspiegel” auf die “Spitzel”-Variante. Mit 12! lokalen Teilen allein in Berlin gibt es fast für jeden Bezirk einen Spitzel. Diese Person berichtet meistens Trivialitäten aus dem Bezirk, erreicht aber wahrscheinlich, wegen dem alternativen Bezahlmodell (à la Google, Facebook etc. mit gezielterer Werbung + viel Eigenwerbung) und nur scheinbar kostenlos, eine breitere interessierte Öffentlichkeit. Gezielte high impact Werbung wird so ermöglicht.
Was heisst das konkret? Naja, auf einen Artikel zu Milieuschutz und Gentrifizierung folgt dann eben eine gezielte Werbung, die als Info getarnt daherkommt. Die vielen Spitzel vom Spitzel spielen das Spiel kräftig mit, indem sie Gentrifizierung als “Kampfbegriff” versuchen zu diskreditieren, obwohl es in der wissenschaftlichen Literatur z.B. der Stadtsoziologie + Geografie  weltweit ein analytisches Konzept ist (Ursprung).
Der Treppenwitz der Berliner Geschichte ist dabei, dass Fahrstühle, die in Berliner Altbauten eingebaut werden leider für Rollstühle oft zu eng sind und meistens erst auf einer 1/2 Etage starten.  Genau, sie stoppen dann auch wieder eine 1/2 Etage niedriger oder höher, da sie wegen der Treppenhäuserkonstruktion in U-Form eigentlich nur außen angebaut werden können. Wir sollten also die Spitzel mal mit Gehhilfen, Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen solche Aufzüge benutzen lassen, damit eine objektive, nicht von möglicher verdeckter Werbung getriebene Berichterstattung erfolgt. Ich empfehle einen Besuch beim Orthopäden oder Osteopathen, um frühzeitig auf die Gelenke zu achten, mehr aber sollten wir das Körpergewicht (Obesity in EU) im Blick haben. Vorbeugen war schon immer besser als Heilen mit teuren Hilfsgeräten. Das gilt auch für faire mediale Bericherstattung. Noch mehr Spitzel in immer kleineren räumlichen Einheiten braucht wohl keiner, oder? TagesspiegelAuszug aus: Tagesspiegel Leute Tempelhof/Schöneberg vom 14.6.2022. Nur zu, machen sie “was mit Medien” aber richtig, nein auch nicht mehr so wie Henri Nannen. Radiobeitrag dazu. Hier.

Was mit Medien

Wenn wir Jugendliche nach ihren Berufsvorstellungen fragen, antworten viele ich würde gerne was mit Medien machen. Okay, Daddeln als Beruf ist vielleicht nicht schlecht und in der Tat, wir brauchen viele medienbewertende, kontrollierende, kurz medienkritische Menschen. Meistens lautet eine Präzisierung dann, naja was mit sozialen Medien. Aber, was sind denn soziale Medien im Gegensatz zu unsozialen Medien. Mark Zuckerberg hat das „Framing“ für sein Medienimperium gut hinbekommen. Sozial ist daran der ideale Grundgedanke jede/r könne mit jedem nach Kontaktanfrage sich austauschen. Werbung und Mobbing haben bereits die Oberhand genommen und aus den sogenannten sozialen Medien werden vielfach höchst unsoziale Konsequenzen sichtbar. Nicht erst seit den letzten Jahren versuchen die anderen Medien, auch zu sozialen Medien zu werden. Skandale, dass von Unternehmen gekaufte Artikel publiziert werden. Sponsoring von Beiträgen erreicht oft mediale Verbreitung, ist aber eigentlich verdeckte Werbung.
Aber was sind denn unsoziale Medien? Medien, die nur über eine unsozial hohe Paywall erreichbar sind, könnten wir als unsozial bezeichnen. Das träfe dann auf die öffentlich-rechtlichen Medien zunächst genauso zu wie auf privatwirtschaftlich organisierte Medien. Freibeträge oder Gebührenerlass bei den öffentlich-rechtlichen Medien können sozialen Ausgleich schaffen. Anders bei den sogenannten Printmedien, die ja auch immer mehr versuchen, sich zumindest ein wenig den Touch zu geben, auch so etwas zu sein, wie soziale Medien. Nur wenige Zeitungslesende fragen sich noch beim Bäcker: kaufe ich heute eine Zeitung einer verantwortlichen Art, 2€+X oder doch ein Graubrot in dünnen Scheiben?
Wenn sich dann jedoch herausstellt, ein Mitherausgeber, Dr. Josef Joffe von „Die Zeit“, warnt einen Firmenchef vor kritischer Berichterstattung und schreibt bis vor kurzem weiter Kolumnen in einer Regionalzeitung „Der Tagesspiegel“, früher lokal genannt der Spitzel, dann sind die Selbstreinigungseffekte der notwendigen, unabhängigen Presse nicht mehr hinreichend. Die veröffentlichte Meinung weniger Personen darf nicht mit der öffentlichen Meinung der Vielen gleichgesetzt werden.
Bei den Römern hieß es noch „panem et circenses“. Aus gebt ihnen „Brot und Spiele“ ist für viele Lesende schon Brot oder Spiele geworden. Neue soziale Medien brauchen wir und ja Jungs & Mädels macht was mit Medien, vielleicht Mediensoziologie. https://www.die-zeitungen.de/forschung-studien/zeitungswerbung/https://www.die-zeitungen.de/forschung-studien/zeitungswerbung/

Verkauf

Wer kauft was im “Sale” im Schlussverkauf? Die Einzelhändler*innen der Kleidung verkaufen zum Jahresende die Wintermode bevor der Winter so richtig begonnen hat. Die jahrhunderte alte Tradition der Konsumtempel muss sich jedes Jahr neu erfinden. Zumindest die ausgestellte Ware soll immer wieder neu aussehen. Selbst die Architektur gibt uns den Eindruck des Neuen, wo eigentlich das Alte nur neu rausgeputzt wird. Allemal ist das ökologischer, aber ganz schön, und schön aufwendig. Der Leipziger Platz in Berlin auf historischen Aufnahmen (s.u.) oder das KaDeWe waren schon solche architektonische Highlights. Frisch herausgeputzt, wie die Pariser Häuser “La Samaritaine” “Le Printemps” und eben das KaDeWe  in Berlin, wird “Shoppen” als Erlebnis zelebriert.
Der Museumsbesuch mit angegliedertem Shop wird ersetzt mit dem Shopping Mall in historisch wertvollem Architekturdenkmal. Schon längst ist aus “Lasset uns beten”,  “Lasset uns shoppen” geworden. Der Kuhdammwandernde in Berlin nimmt vielleicht noch die Gedenktafel für Robert Musil war. Sein programmatisch unvollendeter Roman, von Precht als “kategorischer Konjunktiv” gewürdigt, umschreibt die sich aufdrängenden, imperativen Traumwelten der Konsumtempel. Ich shoppe, also bin ich, meint der moderne Mensch. Dabei sollte doch der Titel von Robert Musils Roman “Der Mann ohne Eigenschaften” uns nachdrücklich zu  denken geben. Die gesichtslosen Ausstellungspuppen im Stil unisex suggerieren eine Inklusion, die reichlich exklusiv bleibt. Prosit Altjahr, Posit Neujahr!

Ausblick 22

Vor dem Ausblick steht meist der Rückblick. Die Satireproduzierenden bereiten schon den Jahresrückblick vor. Da habe ich mir mal wieder die Frage gestellt, was bleibt von 2021. Beim Stöbern in Bibliotheken und Archiven dazu, hat mich die Sammlung von Zeitschriften des „Economist“ von vor 4 Jahren beeindruckt. Hat sich doch an den Fragen und Themen von vor 4 Jahren wenig geändert. Es war nicht nur 1 verlorenes Jahr, es waren gleich 4 davon. Aber langsam, was waren damals die Themen für Titelblätter? Und heute? Visual Social Science ist ja schon eine neue Forschungsrichtung und die Macht der Bilder ist beeindruckend. Eigentlich wussten wir, was auf uns zukommt. Das Image für Corona war auch schon mit China verbunden, nur eben als Stahlkugel statt als schleichendes Virus. Lügen über Klimawandel waren ebenfalls Thema der Presse. Noch Fragen? Nur bitte kein Weiterso!

Roby übernehmen sie

Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel spielen zurzeit bei großen Wachstumsphasen nach tiefem Wirtschaftseinbruch eine bedeutendere Rolle. Abgesehen von hausgemachten Problemen wie dem Brexit kämpfen immer mehr Wirtschaftssektoren mit dem Füllen von offenen Stellen. Lassen wir uns nicht blenden von den Heilsversprechen der Techgurus. Roboter in der Pflege sind in experimentalem Stadium. Automatische Kassensysteme in Supermärkten nur langsam bei der Einführung. Autonome Autos weit weg von einer größeren Markteinführung. Riesige Investitionen in Technik und parallele Verwendung von analogen und digitalen Systemen für eine längere Zeit erhöhen zunächst die Kosten. Selbstverständlich müssen wir die disruptiven Techniken und Marktentwicklungen mitgehen und uns oft an die Spitze der Bewegung setzen, aber der mittelfristige Übergang ist gestaltbar. Eine breite Basis an Grundkompetenzen ist die beste Beschäftigungsversicherung. Kurz- bis mittelfristig lässt sich auch in einfacheren Dienstleistungen bei entsprechender Erhöhung des Mindestlohns mehr als ein Grundeinkommen verdienen. Bis wir sagen werden: Roby übernehmen sie, läuft noch viel Wasser die Ahr hinunter. Mehr als viele Techniker, Raumplanende und Prognostiker für möglich hielten. Zusammen mit dem Trend, dass noch lange hybride Techniken Verwendung finden, wie in der Mobilitätsbranche, brauchen wir breite Kompetenzspektren.

FT 4.10.21

Market Maker

Some say if you want to get really rich you have to found a religion. Alternatively you create a charismatic brand for the masses. Currently you might also highjack a political party and make it a personal quasi-religious enterprise. Also, to become the richest man in the world you have to disrupt the usual market practices and create your own market and rules before everybody else understands it. Digital technology is key in this respect. Microsoft, Apple, then Facebook, Amazon, Google, (GAFAM in reverse order) have successfully exploited technological leadership. But there is more to it. The real challenge is to be successful in creating i.e. making your own market, where you are setting the rules yourself and each transaction on this market is paying a percentage into your pockets. It is amazing that this market making is not considered as creating a monopoly using technology long ago. This is changing but only slowly. Originally, the state or regulator set the rules for a market. The more the abuses of GAFAM in various respects become obvious to everybody, the more the call for rule-setting of politically responsible institutions can no longer be ignored. That is the point when either the state or non-profit organisations come in and can increase overall societal welfare. The strategy then is to have a state or quasi-state organisation regulate the conditions of the maket to overcome the information asymetry between buyers and sellers on these markets.
Accordingly we witness a multitude of local, sectoral, national or international maket makers. For profit it can be a true gold mine, as non-profit it still reaps sizable percentages on market activities of members, customers and service providers. One example of such a new non-profit market maker is the British organisation “modern markets for all” (MM4A). As it is run by a trained journalist, the media coverage is considerable. For all start-ups it should be part of their business plan to check whether they have a potential to become a (local, product or sectoral) market maker of some kind, rather than yet another contributor to the wealth of the GAFAM. Business school teaching could take this into account, particularly those training social entrepreneurs.

Verluste = Gewinne

Na bei dieser Gleichung oder Balance-sheet stimmt doch etwas nicht. Mit Verluste => Gewinne könnten wir Erfolg in der Zukunft reininterpretieren. Aber dass diejenigen, die die größten Verluste oder am längsten schon Verluste schreiben, letztlich die größten Gewinner sein werden, wollen wir nicht glauben. Dennoch die Kolumne von Baruch Lev in FT 3.6.2021 (s.u.) überzeugt uns von den gewandelten Umständen und Kontexten im globalen Wettbewerb. Es zählt rasche Expansion, keine Zeit mehr für Gewinne, sofort re-investieren in Expansion oder “the next big thing” bevor die Wettbewerber es machen. Geistiges Eigentum, Patente, besondere Kompetenzen der Mitarbeiter das sind alles “Intangibles”, nicht anfassbare Werte, die aber als Kosten in der Bilanz verbucht werden. Wenn dann verlustreiche Bilanzen über Jahre vorliegen erschrecken traditionelle Investoren, aber die “accounting losers” sind eben keine “real losers”. Die Unternehmen, die in Dienstleistungen oder Produkte investieren unterscheiden sich durch ihre möglichen Gewinnaussichten fundamental von den “real losers”, die z.B. hohe Mieten in Innenstädten oder einen teuren Maschinenpark zu finanzieren haben. Alle müssen Abschreibungen berücksichtigen. Heraus kommen Fehlinformationen und -anreize für Investierende. Veraltete Buchhaltungsregeln täuschen Investierende hier über reale Werte und Verbindlichkeiten. Gleiches gilt übrigens für Kosten der Weiterbildung. Diese werden auf der Passivseite der Bilanz geführt, sind jedoch im überwiegendem Teil, bei seriöser Durchführung, Investitionen in “intangibles” auch Humankapital genannt. Dazu wurden schon Bewertungsversuche seit ca 2005 durchgeführt, die unter dem Begriff der “Saarbrücker Formel” in die Human Resources Forschung eingegangen sind. Sorgfältig einschätzen, was wirklich eine Investition darstellt ist letztlich unternehmerische Verantwortung und Vertrauen in Geschäftspraktiken. Die Buchhaltungsregeln auch diejenigen des internationalen Accountings müssen im Einzelfall untersucht und geprüft werden. Da kann viel schief laufen bei Prüfungen durch die großen Rechnungsprüfungsfirmen wie im Fall Wirecard dokumentiert.

Pharma und Karma

Wieviel gutes Karma kann die Pharmaindustrie ansammeln. Das ist im Kern die Debatte rund um die Impfstoffe der verschiedenen Hersteller. Patentschutz hin oder her, schnelle Entwicklung hat kräftige Gewinne erzeugt, die sicher für die Erforschung anderer, neuerer Wirkstoffe benötigt werden. Das Unternehmen Johnson & Johnson hat jedoch ebenfalls Altlasten zu bewältigen. Asbest in Babyprodukten (s.u. ) das geht doch gar nicht, glauben wir immer noch. Achtung, nach jahrelangen Klagen, scheint sich ein hoher Preis für die Verwendung von Talk einzustellen, wie die FT am 2.6.2021 titelt. Industriepolitik, die das “Vorsorgeprinzip” verinnerlicht ist weitestgehend eine europäische Erfindung. In den USA gilt das nicht, da wird dann eben schneller produziert und dann die eventuellen Schäden kompensiert. Zumindest für die, die anschließend den Klageweg beschreiten kann dann eventuell eine hohe Entschädigung nach vielen Jahren und zusätzlichen Kosten erstritten werden. Gesundheit ist eben doch ein wenig Business oder viel Business. Das hat Boeing wohl so gesehen als die Boeing Jets 737 Max vom Himmel fielen. Europa mag es gerne langsamer und sicherer, aber das hat auch seinen Preis zumindest bei verspätet eintreffenden Impfstoffen für Risikogruppen.

Downsizing

Der erste Schritt hin zum Verzicht auf das Auto ist der Schritt des “downsizing”. Wie klein kann ein Auto sein für einen Urlaub im Gebirge mit Freunden. Die Mini oder Kleinstwagenklasse der Autoverleihfirmen vor Ort bietet für mittelgroße, schlanke Personen preiswerte Zweitürer! Selbst mit 4 Personen, Stöcken und Rucksäcken für eintägige Bergtouren war das im Kleinstwagen machbar. Mit etwas mehr Kondition hätten wir auch bereits die Anfahrt zu Fuß erledigen können. So viel nur für die Vorbereitung der nächsten Bergtouren. Nach der Bergtour ist vor der Bergtour und wir werden sicherlich besser vorbereitet in die nächste Bergwanderung aufbrechen. Hoffentlich dann ohne Unterstützung eines Verbrennungsmotors. Downsizing kann Spaß machen und Verlassen auf die eigenen Kräfte wirkt wie eine ökologische Antriebsfeder.  Mehr als 2 Jahre später ist dieser Blogeintrag zu einem programatischen Titel in “Le Monde” vom 24.3.2021 S.19 geworden.

Disruption

Disruptive Wirtschaftspolitik ist in allen Lebensbereichen spürbar. Der Ökonom Joseph Schumpeter hat das Prinzip vor gut 100 Jahren beschrieben. Neben inkrementalen Neuerungen haben diruptive Neuerungen einen starken, ruckhaften Effekt auf Wirtschaft und Beschäftigung. Wir wissen, dass Tesla vor den Toren Berlins ein großes Automobil- und später auch Batteriewerk erbaut. Jetzt hat auch Daimler für seinen relativ zentralen und traditionsreichen Standort in Berlin-Marienfelde eine disruptive Zukunftsperspektive verhandelt. Sozialpartnerschaft kann solche disruptiven Veränderungen meistern unter Einbeziehung der Politik solange Finanzierungsspielräume vorhanden sind. Aus Gewinnen, bei verminderter Ausschüttung an Aktionäre, lassen sich selbst dramatische Umwälzungen bewerkstelligen. Stakeholder– statt Shareholderansätze sind dafür von Nöten. Die Info laut Tagesspiegel vom 4.3.2021 ist eine tolle Überraschung. Beschäftigungsgarantien als Teil von Tarifverträgen können sehr wertvoll sein und Vertrauen bilden bzw. erhalten.

UK deficit spending

On 26th of November 2020, in the middle of COVID-19 health care desaster the UK is announcing a horrific budget deficit for 2020. Apparently, this is the largest for more than 100 years. The costs of bad choices in several votes (BREXIT, Parliament, Prime Minister) can be calculated in billions of pounds now. The younger generations pay a particularly high price. Cut of from Europe, job losses due to covid-19 and then the huge debt burden … and this despite the fact that they voted in a majority to stay in the EU. Very unlucky!  As Germany was the sick man of Europe with high deficit and high unemployment I continued my studies in the UK, maybe youth in the UK could take advantage of migrating in numbers to Europe. Sometimes this is the only fact stubborn governments will listen to. So,”get on your bike” across the channel this time. A famous quote from Michael Heseltine to solve the unemployment of youth in the early 1990.

deficit UK

Industriepolitik

Die technologischen Entscheidungen in der Industriepolitik sind von großer Tragweite. Die Wege der modernen Industriegesellschaften sind gepflastert mit weitreichenden Fehlentscheidungen. Fehlentscheidungen aus gesellschaftlicher Sicht reihen sich an Verluste für den blauen Planeten. Einzelinteressen sind in diesen technologischen Entscheidungsprozessen zu oft zum Vorteil von Monopolen oder Oligopolen in der Vergangenheit ausgegangen.

Elektroautos gab es lange schon Quelle Spiegel Oktober 2020

Vor 100 und vor 30 Jahren gab es elektrische Prototypen für Individuellen Straßenverkehr. Gegen große Konzerne haben Nischenprodukte wenig Marktchancen sich zu etablieren. Überraschender Weise war das bereits bei der Entwicklung des Internets schon vergleichbar. In den „Comedies françaises“ ist ein anderes französisches Beispiel plastisch beschrieben worden. Solange wir Studierenden nur die Monopolrendite erklären, brauchen wir uns nicht zu wundern. Aufpassen „Winner takes all and forever“ ist dem kommunistischen Wirtschaften vergleichbar. In zu vielen Fällen erweisen sich die Monopolkommissionen als die BaFin im Wirecardskandal. … und dann singen wieder alle: Skandal um Rosi…

LeMonde August 2020

Mehr dazu:

737 Max 8 and Science

The 346 persons who died in crashes of the fairly new airplanes of Boeing 737 Max have nothing to gain from the ex-post evaluation of the crash. The journal “Scientific American” published an interview with a former Boeing employee who puts a relationship of the two crashes into doubt. The article in the online version of the 13th of March by Mrs. Gohd is full of stereotypes rather than scientific information. This puts science or science journalism into a bad light. Please read for yourself (Link here).
Let’s wait for the black box to be read! and then judge, but not wait for further casualties please. The “precautionary principle“, to protect persons from harm for example by introducing not suffienctly testes new technology, makes a lot of sense in the aviation industry. That’s why the EU might be slower in the adoption of some innovations, but is more likely to avoid fatal accidents as a consequence of hasty innovation.

Rodin’s famous sculpture sums up the need and grief to think twice before you act. Mourning of the dead due to neglect of sufficient thought prior to action included. At least, this is  my modern interpretation of this piece of art with respect to responsibility and the precautionary principle.
(Foto taken in Stockholm, Prince Eugen’s Waldemarsudde  art museum).