Antisemitisch

In Berlin müssen wir 1000 antisemitische Vorfälle beklagen, alleine im Jahr 2020. Wie der “Tagesspiegel” auf der Titelseite (20.4.2021) meldet sind das fast 3x pro Tag eine Diffamierung, Beschimpfung oder Bedrohung. Warnungen in Sonntagsreden reichen da schon lange nicht mehr aus. Gut, dass da wo das Übel wächst auch die Unterstützung wächst.  Geltende Gesetze gegen Hetze konsequent anzuwenden, ist eine naheliegende und wirkungsvolle Art und Weise zu reagieren. Prävention, das heißt Aufklärung über historische Tatsachen und aktuelle Straftaten eine wichtige Funktion der Medien. Da findet sich sehr viel Gutes jetzt im Netz. Peter Schäfer hat mit seinem Werk “Kurze Geschichte des Antisemitismus” eine wegweisende Darstellung und historischen Überblick mit zahlreichen Originalzitaten zusammengestellt. “Das Buch ist groß in seiner Kürze”, schreibt Gustav Seibt in der Süddeutschen.  Dennoch braucht das Lesen viel Aufmerksamkeit und Bedenkzeit, denn es wird an vielen Überzeugungen von beispielsweise Christen gerüttelt. So wird im Glaubensbekenntnis (seit dem 1 Konzil 325 in Nizäa) eine mögliche Brücke zum Judentum abgebrochen (S. 84ff), da Jesus als eines Wesens mit dem Vater gleichgesetzt wurde (de substantia patris). Wie tief Antisemitismus verwurzelt sein kann, ging mir durch diese Lektüre der ersten Kapitel des Buches erst auf. Wichtig ist der interreligiöse Dialog hierbei. Aufstehen gegen den Antisemitismus müssen aber die jeweilige Mehrheitsgesellschaft. Jede Demokratie lebt gerade von ihrem aktiv eintretenden Minderheitenschutz, im Gegensatz zu autoritären Regimen. Antisemitisches Verhalten hat sich einem Virus vergleichbar erneut ausgebreitet, leider mit ständig neuen Varianten des Corona-Virus vergleichbar. Leugner, von einem wie dem anderen, scheinen sich ebenfalls der gleichen Muster zu bedienen. Dem müssen wir Entsprechendes dagegenhalten.

8-ter März

Corona in Form von Covid-19 lässt uns manche Gewohnheiten ändern. Das hat auch sein Gutes. Nur das Ausfallen von Geburtstagsfeiern ist schon bedauerlich. Obwohl der Protagonist im Roman von Norbert Gstreins »Der zweite Jakob« sieht das etwas anders. In der “Zeit” lesen wir: “Der Erzähler
wird sechzig. Und Norbert Gstrein auch. Es ist unvermeidlich, den Roman auch als sati­rische Klage und künstlerische Selbstermäch­tigung eines leicht depressiven Sechzigjähri­gen zu lesen. »Natürlich will niemand sechzig werden, jedenfalls nicht als Jubilar, und na­türlich will niemand, der bei Sinnen ist, ein Fest, um auch das noch zu feiern«, lautet der
erste Satz des Romans.” (S.52 vom 8.421). Es geht auch anders. Das DiesDasKollektiv aus Berlin organisiert Partys, Feiern und Festivals als gemeinnützige Organisation für die Berliner Club-Szene. Auf der Festivalkarte (z.B.) standen mehr als 10 Clubs/Bühnen gleichzeitig zur Auswahl und im Chat wird locker gequatscht. Also auf zur nächsten Ü60-Party. Schlusssatz im Zeitartikel: ” Es ist nicht so schlimm mit den sechzig Jahren, … Sech­zig ist heute das neue Fünfzig.” Es ist das knackige Alter. Wir können es eben jetzt so richtig knall/cken lassen. Machen wir es wie die Frauenbewegung eben auch nach dem 8-ten März als Grafitti sprüht. Oder als Aphorismus ausgedrückt.

Covid-19 Experiment

Die Corona-Pandemie kann aus unterkühlter, wissenschaftlicher Perspektive mit einem der größten weltweit  parallel stattfindenden Verhaltensexperiment gleichgesetzt werden. Welche Personengruppen halten sich an die AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske + Lüften). Wie reagieren Menschen auf Regelbrüche von anderen. Welches Vertrauen wird der sich mittels Falsifizierung (Popper) weiter-entwickelnden hypothesengeleiteten Wissenschaft entgegengebracht. Wie funktioniert die rasche Übersetzung von Forschungsergebnissen in die tägliche Lebenswelt von Millionen Bürger:Innen. Neben den erschreckend vielen Coronatoten gab es in 2020 jedoch 10% = ca. 30 weniger Verkehrstote in Deutschland. Mit Verkehrsberuhigung und mehr Homeoffice sinken scheinbar auch die Anzahl der Toten auf unseren Straßen. Die Zahlen vom Statistischen Bundesamt legen das nahe. Die saisonalen Effekte korrelieren inetwa mit Lockdownzeiten. Im Sommer kommen die Motorradfahrenden und Fahrradfahrenden vermehrt dazu. In Ländern mit strengerem Lockdown sollten noch weniger Verkehrstote und Verletzte auftreten. Das Verhaltensexperiment, wie eine Tempobeschränkung auf Autobahnen zeigt in einigen europäischen Nachbarländern, dass solche Verhaltensänderungen Leben erhalten. “Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ging um 11,8 % auf rund 264 900 Unfälle zurück” schreiben die Statistiker. Mit Willy Brandt würde ich sagen: Nicht nur mehr Demokratie wagen, sondern auch Verhaltensänderungen wagen. Fuß runter vom Gas. Die Pandemie lässt uns fundamental über Gewohnheiten nachdenken. Weniger Verkehr hat auch positive Nebenwirkungen.

 

Asymptomatische Infektion

Es ist schon mehr als 1 Jahr her. Die Einzelfallprüfung zur asymptomatischen Infektion war uns bekannt. Alle Alarmglocken hätten klingeln müssen. Aber weit über München scheint die anschließende Veröffentlichung im New England Journal of Medicine nicht ernsthaft gewürdigt worden zu sein. Mit #Covid-19 Infizierte Personen sind ansteckend bevor sie selbst Symptome zeigen. Heute freundlich begrüßt, infiziert und einige Tage später selbst erst die typischen Symptome. Das SARS-CoV-2-Virus hat die kommunikativ weit überlegene Species Homo sapiens einfach ausgetrickstSARS-CoV-2-Virus hat die kommunikativ weit überlegene Species Homo sapiens einfach ausgetrickst, indem es kommunikatives Handeln (Bisous,Bisous, talk, talk) als Schwäche ausnutzt für eine rapide Übertragung. Wir müssen nicht gleich ins Schweigekloster umziehen, aber unsere Kommunikation auf digitale Medien temporär umleiten. Das sollte uns doch nicht schwer fallen, wir haben damit die Technik das Virus zu übertrumpfen. Nur wollen müssen wir es. Das Leid der 52.000 CoronaToten und deren Angehörigen wird es nicht mehr lindern können, aber weiteres Leiden und die Arroganz der Überlebenden bleibt uns hoffentlich erspart. Daher heißt es jetzt: Klaus ist allein zuhaus.

 

Covid19 EU Variation

Virusvariationen sind eine bekannte Strategie von Viren, ihr Überleben und ihre Verbreitung zu sichern. Diese von uns längst durchschaute Strategie kennen wir und sollten uns darauf vorbereiten. Wir bedienen uns im Management der gleichen Strategie (siehe Blogeintrag vom 17.3.2020 https://schoemann.org/kaizen) in kontinuierlichen Verbesserungsprozessen. Am 30.10.2020 finden wir in einem Financial Times Artikel erneut Bestätigung, wir befinden uns in einem „tödlichen Strategiespiel“ im mathematischen spieltheoretischen Sinne. Machen wir es dem Virus schwerer,  Drinnenbleiben, Maske auf und häufig Desinfizieren. So werden wir das Virus Schachmatt setzen. Einen Impfstoff wird es erst demnächst geben. Bis dahin bleibt uns eine spielentscheidende Strategie weniger uns es gilt „flatten the Curve “. 

Covid-19 USA

With almost 6 months into COVID-19 in the USA since the first official case, the public health situation is still scary. Data and figures from the official U.S. Department of Health & Human Services, particularly the recent data release from the Centers for Disease Control and Prevention show around 50.000 new cases of Covid-19 every day again (see figure).

By using the data and calculating a simple linear trend shows the following evolution in case no policy change occurs.

Using a seasonality in the calculation of about 3 weeks (=20days) the evolution looks much different with huge margins of error.

Hence, all is possible by chart analysis or the language of investors. Public health analysts would rather look at the disaggregated state by state or even county be county detailed analysis. A seasonality of 3 weeks could make sense. With a high level Covid-19 cases in one state people move (also with Covid-19) to other states for one week exporting the virus. After 2 more weeks incubation, case numbers rise in this receiving area, which will make visitors (and the virus) move back again. A oscilating pattern of the spread of the virus will result, making a nationwide lockdown much more likely. In natural sciences (Video-Link)we call this coupled oscillation, here of Covid-19 between several US-states. (take Florida and New York for example).
Now, let us apply the same simple statistical modelling to the international level. As we enjoy Summer in Europe , in the southern hemisphere of the world Winter, Covid-19 and the flu are spreading there now. When we shall move from Autumn to Winter, we might receive another wave of cases from the other part of the world.
Conclusion: Get prepared for another wave as of now. Helping the global South now, saves lives in Autumn and Winter also in Europe. Simple isn’t it. Let’s just act accordingly (the not so simple part). Train health care professionals (95.000 of them got infected in the US and 500 !!! died).