Cybersecurity

Der letzte europäische Monat der Cybersicherheit hat wohl kaum zu einer nennenswerten Verbesserung der Situation der Cybersicherheit geführt. Beispielsweise der Tankstellenzulieferer mit Öl, die Oiltanking aus HH, hat einen Cyberangriff nicht abwehren können. So wird die wahrscheinliche RansomWareAttacke wohl erst nach Zahlung in Cryptowährung wieder zu vollen Funktionalität zurückkehren können. Scheinbar können zwischenzeitlich die Preise nicht geändert werden und es sind keine Kartenzahlungen möglich. Zusätzlich waren belgische Häfen betroffen. Der internationale “safer internet day” zeigt ebenfalls wenig Wirkung. Wer wichtige Passwörter heute geändert? Eben.
Eurostat hat passgenau zumTag die Statistik zur Verwendung der Internetbrowser und deren Sicherheitseinstellungen veröffentlicht. (s.u.). Auch die sehr offene Volkswirtschaft Deutschland hat da noch einiges zu tun, besonders bei der Verwendung von spezifischer Software. Die wissenschaftliche online Zeitschrift “Frontiers in Psychology” hat eine kleine Studie mit 333 Studierenden veröffentlicht bei der das Konzept “Techno-Stress” angesprochen wird. Also die großen Konzerne der Internetgiganten (GAFAM) verursachen bei fehlendem Datenschutz (DSGVO) bei Nutzenden erheblichen “Techno-Stress”. Zoom-meetings und Ransomwareattacken etc. haben sicherlich das Stresslevel nochmals erhöht, gerade für diejenigen, die selten TechnoMusik hören.
Passwortmanager erlauben es, komplizierte Passwörter zu vergeben und zu verwenden. Machen müssen wir das selbst, die Geschäftsmodelle der Internetgiganten basieren auf unserer Trägheit und Unwissenheit. Damit lässt sich richtig viel Geld verdienen.

O O Omicron

oh, oh, Omicron. Die noch neue Variante hat eine Verdopplungsrate von ca. 3 Tagen laut der ersten wissenschaftlichen Beobachtungen. Das heisst, ein exponentielles Wachstum ist bereits präsent und die Verdrängung von anderen Varianten des Viruses wird sehr rasch fortschreiten. Die Verdopplungsrate können wir nur mit Kontaktbeschränkungen von jeder einzelnen Person beeinflussen. Gehen wir davon aus, dass uns das in freiheitlichen Gesellschaften nicht rechtzeitig gelingen wird, können wir mit simplen Fortschreibungen der Trends abschätzen, wann wir alle infiziert sein werden. omicron1
Das geht bei exponentiellem Wachstum rasend schnell. Wichtig dabei ist der Zeitpunkt der ersten Entdeckung und die vermeintliche Dunkelziffer der nicht-entdeckten Fälle, besonders hoch zu Beginn der Verbreitung. In der Grafik ist die simple Zeitreihe bei 2 unterschiedlichen Ausgangswerten 300 und 3000 Fällen dargestellt. In der Anfangsphase scheint das Problem von kleinem Ausmaß zu sein, wächst aber unaufhörlich weiter an und nach 31 Tagen haben wir entweder 30.000 oder bereits 3 Millionen Fälle mit Omikron je nach Anfangsannahme in 2 Szenarien. So wird die Variante schnell dominant. Das kann verheerend sein, wenn das Virus lethaler ist, oder mehr schwere Fälle produziert (Szenario 3). Danach sieht es derzeit nicht aus. Durch die rasche Verbreitung bei leichteren Fällen (Szenario 4), würde das Virus sein eigenes dauerhafteres Überleben sicherstellen, aber weniger töten.
Das Grippevirus hat wohl seit der “spanischen Grippe” diesen Weg eingeschlagen und ist aus Europa nicht mehr wegzudenken. Mit der weniger tödlichen, aber ansteckenderen Variante werden wir leben lernen müssen. Die Existenz der Grippe haben wir ja schon fast aus unserem Risikobewusstsein verdrängt. Wer hat sich schon noch gegen Grippe impfen lassen? Impfen im Schneckentempo, wie in Deutschland ist eine Hochrisikostrategie für vulnerable Gruppen.
Das Virus spielt nicht, aber es entwickelt Verbreitungsstrategien als evolutionäres Programm. Wir können dem begegnen. Das war uns bereits im März 2020 klar. Kaizen beherrscht der Mensch auch als Strategie. Der Mensch beginnt, sich selbst überflüssig zu machen. Ist das Fortschritt oder bereits Rückschritt? Künstliche Intelligenz schafft künstliche Freunde. Beherrschen wir die Viren noch, oder hat die Maschine in der Pandemie bereits gelernt, wie sie den Menschen von dem Planeten verdrängen kann? Sicherlich, ab morgen mache ich wieder “fröhliche Wissenschaft” im Dienste der Menschheit. Schachspielende (wikipedia zur Weltmeisterschaft) sind es gewohnt Strategien der Opponenten zu kalkulieren. So sollten wir dem Virus Covid-19 auch begegnen. Es ist nie zu spät, mit Schachspielen zu beginnen. Naja, den besten Computer schlagen vielleicht noch die besten Schachspielenden. Da bleibt uns nur noch, die Regeln des Spiels zu ändern.  Stop, machen wir das nicht gerade mit eventueller Impfpflicht, Kontaktbeschränkungen und verbesserten Hygieneregeln? Wir sind lernfähig, auch wenn es unendlich schwerfällt.

Annahme: Omicron Verdopplung alle 3 Tage (exponentiell) mit Start wert blau 300 und grau 3000, rot linear + 300 alle 3 Tage.

 

Sozial-liberale Ökologie

Anregung zum Denken über Solidarität. In „Le Monde“ vom 8.10.21 (S.31) Patrick Vieu beschreibt treffend die Notwendigkeit für den Sozialismus und die Sozialdemokratie, einige Grundüberzeugungen zu hinterfragen. Dabei verträgt sich der Humanismus nicht unmittelbar mit einem ökologischen Grundgedanken. Ökologische Basis ist der Respekt der Natur und der Biodiversität, die mit dem verteilungspolitischen Grundgedanken des Sozialismus nicht unmittelbar kompatibel ist. Die Verantwortung gegenüber der Natur berücksichtigt insbesondere den Erhalt der Lebensgrundlagen für nachkommende Generationen und damit ein Hintenanstellen der Ausbeutung der derzeitig möglichen und zugänglichen Ressourcen. Zukünftige Generationen haben ein Anrecht auf gleiche Chancen, Biodiversität zur Verfügung zu haben. Dieser Gedanke schließt Implikationen für die Gestaltung des Rentensystems mit ein. Landverbrauch, Versiegelung von Flächen für Wohnungsbau lediglich aus sozialem Fortschrittsglauben alleine ist nicht verträglich, weil nicht nachhaltig, auf mittelfristige Sicht. Herausforderungen für eine sozial-ökologische liberale Koalition in Deutschland sind daher in den unterschiedlichen Ausgangspunkten des politischen und philosophischen Grundverständnisses angelegt. Die Balance von Freiheit und Solidarität muss bereits zwischen Sozialdemokraten und Ökologen neu gefunden werden, das liberale Element gestärkt durch freie Demokraten in einer möglichen Regierungskoalition intensiviert das Spannungsverhältnis. Eine Modernisierung der sozialdemokratischen Grundgedanken kann dadurch gelingen und die Sozialdemokratie auf einen sozial-ökologischen Weg leiten. Umgekehrt kann Ökologie und Liberalismus vom ureigenen Verständnis und Leitmotiv des Sozialismus dem Wert der Solidarität, gedacht über die menschliche Spezies hinaus, Werte in die Koalition einbringen, die uns im 21.-ten Jahrhundert mit seinem krisenbehaftetem Anfang noch viele Dienste erweisen wird.

Échange franco-allemand sur l’avenir de l’Europe

Chopin + Sand

Frédéric Chopin und George Sand erschufen ein Lehrstück zum besseren Verständnis des Mäzenatentums. Die Autorin und Zeitungsverlegerin George Sand hat es Chopin ermöglicht, sich auf den Landsitz im Sommer zurückzuziehen und sich fern der Hektik von Paris auf das Komponieren zu konzentrieren. Chopin‘s Frustration über die 1837 aufgelöste Verlobung, die der Vater der Geliebten initiiert hat, hat sicherlich der Gesundheit und psychischen Verfassung des Komponisten einen weiteren Schlag versetzt (Ganche & Saint-Saens, 1913).  George Sand kannte Chopin seit dem Abend, an dem sie Chopin in einem Pariser Salon Franz Liszt vorgestellt hatte. Hinzu kam die Ermöglichung in der Nachbarschaft einer Wohnung am Place Pigalle (Montmartre, Paris) eine preiswerte Untermiete bei derselben Gönnerin zu beziehen. Die in Polen lebenden Geschwister und Verwandten von Chopin haben sich persönlich bei George Sand bedankt und die Notwendigkeit erwähnt den mit Tuberkulose ringenden Musiker, der zusätzlich eine Tendenz hatte in Traumwelten abzudriften, mit Entscheidungshilfen beizustehen (Ganche, É. & Mercure de France, 1935). Diesem nahezu elterlichem Ansinnen auf nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch psychologischer Begleitung wird die Schriftstellerin gut 7 Jahre lang gerecht. Die Aufenthalte auf dem Landsitz Nohant (région Indre ) werden für beide zu einer fantastischen Inspiration. Continue reading “Chopin + Sand”

Impfen im Schneckentempo

Während sich ganz Deutschland auf den Wahlkampf mit Wahlkampagnen einschießt, ist die Impfkampagne mit wenig Schwung unterwegs. Dabei ist das ein Thema bei dem die Parteien recht unterschiedliche Positionen vertreten und in den letzten Monaten vertreten haben. Während wir am 1.Juli 2021 noch mit vielen anderen europäischen Ländern auf gleicher Impfhöhe waren, haben wir in den zwei Sommermonaten viel Zeit verschenkt, um uns auf den Herbst und Winter vorzubereiten. Das Virus Covid-19 macht keinen Urlaub und verbreitet sich beständig weiter. Wieso kann das Impftempo so zurückgehen? Nur keine vielleicht Wählenden vergraulen, dass spielt dem Virus in die Karten. Kaizen als kontinuierlicher Verbesserungsprozess beherrscht das Virus wie wir. Frankreich und Spanien haben uns richtig abgehängt und Portugal zeigt es uns so richtig wie Impfen gehen kann. „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“. Danke LeMonde für das Wachrütteln in Europa. DatenQuelle: ECDC.

Geisterrad 2021

In einem informativen Zeitungsartikel (Tagesspiegel 20.3.2021 S. 9) sind Jörn Hasselmann und Stefan Jacobs einem tödlichen Fahrradunfall in Berlin nahe dem alten Flughafen Tempelhof nachgegangen. Die schwierige Aufklärung des Sachverhalts lässt die Emotionen Angehöriger der verstorbenen Person fast völlig außer Acht. Zu schnell geht der Verkehrsalltag weiter und Opfer geraten in Vergessenheit.
Beispielhaft führt Lara Keilbart (4.6.2021 ebenfalls Tagesspiegel) vor, wie Emotionalität sich mit Sachlichkeit paaren kann: “Wir sind wütend und traurig“.
Der ADFC (existiert seit 1979) versucht Gleichgültigkeit mit seiner Anteilnahme und Mahnwache (seit 2016) mittels sogenannter weißer Geisterräder entgegen zu wirken. Zwischen 2010 und 2018 starben 20.000 Radfahrende in Europa. Noch schlimmer ist die Bilanz bei Fußgänger:innen 51.000 Verkehrstote in 2020. Das macht sehr viele betroffene Personen und Angehörige. Zusätzlich noch traumatisierte  Unfallverursachende. Leider habe ich bisher nur zu stark zusammengefasste Statistiken zu dem Anteil der Verursacher, Altersgruppen, Alkohol– oder Drogenbeteiligung etc.  unter den Verursachenden gefunden. Da brauchen wir mehr Aufklärung.  In jedem einzelnen tragischen Fall (445 Radfahrende † in D in 2019) wird dadurch kein Leben mehr gerettet, aber die Prävention von jedem weiteren Fall darf nicht an einem gleichgültigen Achselzucken stehenbleiben. Auch 50 Jahre nach einem solchen vermeidbarem Schicksalsschlag berührt mich jede neue Mahnwache. Dank an die Journalist:innen, unablässig weiter darüber zu berichten (Daten vom Statistischen Bundesamt zu Verkehrsunfällen M/F hier). Bitte immer wieder neu darüber berichten, bis unsere Städte und Gemeinden für “ZuFußGehende“und Fahrradfahrende sicher werden. “Die höchste Unfallgefährdung für ältere Fußgänger (65+) bestand in Berlin mit 59, Hamburg 52 … verunglückten Personen je 100.000 Einwohner. Der Vergleichswert für Deutschland insgesamt lag bei 38”. (Zitat Statistisches Bundesamt Unfälle von Senioren im Straßenverkehr 2019 S.6) Dabei sind null Verkehrstote in Großstädten erreichbar. Oslo und Helsinki sind Beispiele (Nachricht DLF 20.4.2021).

Tagesspiegel 20.3.2021 S. 9, Foto von ©Jörn Hasselmann
Quelle: Statistisches Bundesamt (Link)

Pharma und Karma

Wieviel gutes Karma kann die Pharmaindustrie ansammeln. Das ist im Kern die Debatte rund um die Impfstoffe der verschiedenen Hersteller. Patentschutz hin oder her, schnelle Entwicklung hat kräftige Gewinne erzeugt, die sicher für die Erforschung anderer, neuerer Wirkstoffe benötigt werden. Das Unternehmen Johnson & Johnson hat jedoch ebenfalls Altlasten zu bewältigen. Asbest in Babyprodukten (s.u. ) das geht doch gar nicht, glauben wir immer noch. Achtung, nach jahrelangen Klagen, scheint sich ein hoher Preis für die Verwendung von Talk einzustellen, wie die FT am 2.6.2021 titelt. Industriepolitik, die das “Vorsorgeprinzip” verinnerlicht ist weitestgehend eine europäische Erfindung. In den USA gilt das nicht, da wird dann eben schneller produziert und dann die eventuellen Schäden kompensiert. Zumindest für die, die anschließend den Klageweg beschreiten kann dann eventuell eine hohe Entschädigung nach vielen Jahren und zusätzlichen Kosten erstritten werden. Gesundheit ist eben doch ein wenig Business oder viel Business. Das hat Boeing wohl so gesehen als die Boeing Jets 737 Max vom Himmel fielen. Europa mag es gerne langsamer und sicherer, aber das hat auch seinen Preis zumindest bei verspätet eintreffenden Impfstoffen für Risikogruppen.

8-ter März

Corona in Form von Covid-19 lässt uns manche Gewohnheiten ändern. Viele lassen sich Impfen (#Impftermin). Das hat auch sein Gutes. Nur, das Ausfallen von Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und bereits verschobenen Schulklassentreffen ist schon bedauerlich. Obwohl, der Protagonist im Roman von Norbert Gstreins »Der zweite Jakob« sieht das etwas anders. In der “Zeit” lesen wir: “Der Erzähler wird sechzig und der Autor Norbert Gstrein auch. Der Roman kann als “sati­rische Klage und künstlerische Selbstermäch­tigung eines leicht depressiven Sechzigjähri­gen” gelesen werden. »Natürlich will niemand sechzig werden, jedenfalls nicht als Jubilar, und na­türlich will niemand, der bei Sinnen ist, ein Fest, um auch das noch zu feiern«, lautet der erste Satz des Romans.” (S.52 vom 8.421). Es geht auch anders. Das DiesDasKollektiv aus Berlin organisiert Partys, Feiern und Festivals als gemeinnützige Organisation für die Berliner Club-Szene. Auf der Festivalkarte (z.B.) standen mehr als 10 Clubs/Bühnen gleichzeitig zur Auswahl und im Chat wird locker gequatscht. Also auf zur nächsten Ü60-Party. Schlusssatz im Zeitartikel: ” Es ist nicht so schlimm mit den sechzig Jahren, … Sech­zig ist heute das neue Fünfzig.” Es ist das knackige Alter. Wir können es eben jetzt so richtig knall/cken lassen. Machen wir es wie die Frauenbewegung, die eben auch nach dem 8-ten März als Grafitti sprüht.  

Covid-19 Experiment

Die Corona-Pandemie kann aus unterkühlter, wissenschaftlicher Perspektive mit einem der größten weltweit  parallel stattfindenden Verhaltensexperiment gleichgesetzt werden. Welche Personengruppen halten sich an die AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske + Lüften). Wie reagieren Menschen auf Regelbrüche von anderen. Welches Vertrauen wird der sich mittels Falsifizierung (Popper) weiter-entwickelnden hypothesengeleiteten Wissenschaft entgegengebracht. Wie funktioniert die rasche Übersetzung von Forschungsergebnissen in die tägliche Lebenswelt von Millionen Bürger:Innen. Neben den erschreckend vielen Coronatoten gab es in 2020 jedoch 10% = ca. 30 weniger Verkehrstote in Deutschland. Mit Verkehrsberuhigung und mehr Homeoffice sinken scheinbar auch die Anzahl der Toten auf unseren Straßen. Die Zahlen vom Statistischen Bundesamt legen das nahe. Die saisonalen Effekte korrelieren inetwa mit Lockdownzeiten. Im Sommer kommen die Motorradfahrenden und Fahrradfahrenden vermehrt dazu. In Ländern mit strengerem Lockdown sollten noch weniger Verkehrstote und Verletzte auftreten. Das Verhaltensexperiment, wie eine Tempobeschränkung auf Autobahnen zeigt in einigen europäischen Nachbarländern, dass solche Verhaltensänderungen Leben erhalten. “Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ging um 11,8 % auf rund 264 900 Unfälle zurück” schreiben die Statistiker. Mit Willy Brandt würde ich sagen: Nicht nur mehr Demokratie wagen, sondern auch Verhaltensänderungen wagen. Fuß runter vom Gas. Die Pandemie lässt uns fundamental über Gewohnheiten nachdenken. Weniger Verkehr hat auch positive Nebenwirkungen.

 

Kalt in Schweden

Alter Schwede, es ist kalt geworden in Schweden. Ganze Generationen von Studenten der Sozialwissenschaft wurden mit dem skandinavischen Modell des Wohlfahrtsstaates traktiert. Neue Zahlen von Eurostat zeigen das Auseinandertriften des skandinavischen Modells. Sweden setzt sich mit liberaler Regierung seit Jahren ab von der historisch gewachsenen skandinavischen Zugehörigkeit. Warum macht das die Finanzpresse zu einer Top-Data-Info auf ihrer Titelseite. Es wirft viel etabliertes Wissen über den Haufen. Gepaart mit Daten zu Todesfällen durch Covid-19 (von JHU pro 100.000) in Skandinavien ist klar, dass sich für Schweden ein Quantensprung ereignet hat, weg vom sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat hin zum liberal-konservativen Modell englischer Prägung. Das tut weh. Vorbei die Zeiten für Pilgerreisen nach Schweden zu starkem öffentlichen Sektor mit Bibliotheken als Kathedralen für Bildungsgleichheit und Ansprüchen an Chancengleichheit und solidem sozialem Sicherheitsnetz. Jetzt heisst es schwedischer Sozialstaat für Schweden. Bitte rasch die Vorlesungsnotizen anpassen, damit der Etikettenschwindel sich nicht fortsetzt. 

 

Asymptomatische Infektion

Es ist schon mehr als 1 Jahr her. Die Einzelfallprüfung zur asymptomatischen Infektion war uns bekannt. Alle Alarmglocken hätten klingeln müssen. Aber weit über München scheint die anschließende Veröffentlichung im New England Journal of Medicine nicht ernsthaft gewürdigt worden zu sein. Mit #Covid-19 Infizierte Personen sind ansteckend bevor sie selbst Symptome zeigen. Heute freundlich begrüßt, infiziert und einige Tage später selbst erst die typischen Symptome. Das SARS-CoV-2-Virus hat die kommunikativ weit überlegene Species Homo sapiens einfach ausgetrickstSARS-CoV-2-Virus hat die kommunikativ weit überlegene Species Homo sapiens einfach ausgetrickst, indem es kommunikatives Handeln (Bisous,Bisous, talk, talk) als Schwäche ausnutzt für eine rapide Übertragung. Wir müssen nicht gleich ins Schweigekloster umziehen, aber unsere Kommunikation auf digitale Medien temporär umleiten. Das sollte uns doch nicht schwer fallen, wir haben damit die Technik das Virus zu übertrumpfen. Nur wollen müssen wir es. Das Leid der 52.000 CoronaToten und deren Angehörigen wird es nicht mehr lindern können, aber weiteres Leiden und die Arroganz der Überlebenden bleibt uns hoffentlich erspart. Daher heißt es jetzt: Klaus ist allein zuhaus.

 

UK deficit spending

On 26th of November 2020, in the middle of COVID-19 health care desaster the UK is announcing a horrific budget deficit for 2020. Apparently, this is the largest for more than 100 years. The costs of bad choices in several votes (BREXIT, Parliament, Prime Minister) can be calculated in billions of pounds now. The younger generations pay a particularly high price. Cut of from Europe, job losses due to covid-19 and then the huge debt burden … and this despite the fact that they voted in a majority to stay in the EU. Very unlucky!  As Germany was the sick man of Europe with high deficit and high unemployment I continued my studies in the UK, maybe youth in the UK could take advantage of migrating in numbers to Europe. Sometimes this is the only fact stubborn governments will listen to. So,”get on your bike” across the channel this time. A famous quote from Michael Heseltine to solve the unemployment of youth in the early 1990.

deficit UK

Covid19 EU Variation

Virusvariationen sind eine bekannte Strategie von Viren, ihr Überleben und ihre Verbreitung zu sichern. Diese von uns längst durchschaute Strategie kennen wir und sollten uns darauf vorbereiten. Wir bedienen uns im Management der gleichen Strategie (siehe Blogeintrag vom 17.3.2020 https://schoemann.org/kaizen) in kontinuierlichen Verbesserungsprozessen. Am 30.10.2020 finden wir in einem Financial Times Artikel erneut Bestätigung, wir befinden uns in einem „tödlichen Strategiespiel“ im mathematischen spieltheoretischen Sinne. Machen wir es dem Virus schwerer,  Drinnenbleiben, Maske auf und häufig Desinfizieren. So werden wir das Virus Schachmatt setzen. Einen Impfstoff wird es erst demnächst geben. Bis dahin bleibt uns eine spielentscheidende Strategie weniger uns es gilt „flatten the Curve “. 

Covid-19 USA

With almost 6 months into COVID-19 in the USA since the first official case, the public health situation is still scary. Data and figures from the official U.S. Department of Health & Human Services, particularly the recent data release from the Centers for Disease Control and Prevention show around 50.000 new cases of Covid-19 every day again (see figure).

By using the data and calculating a simple linear trend shows the following evolution in case no policy change occurs.

Using a seasonality in the calculation of about 3 weeks (=20days) the evolution looks much different with huge margins of error.

Hence, all is possible by chart analysis or the language of investors. Public health analysts would rather look at the disaggregated state by state or even county be county detailed analysis. A seasonality of 3 weeks could make sense. With a high level Covid-19 cases in one state people move (also with Covid-19) to other states for one week exporting the virus. After 2 more weeks incubation, case numbers rise in this receiving area, which will make visitors (and the virus) move back again. A oscilating pattern of the spread of the virus will result, making a nationwide lockdown much more likely. In natural sciences (Video-Link)we call this coupled oscillation, here of Covid-19 between several US-states. (take Florida and New York for example).
Now, let us apply the same simple statistical modelling to the international level. As we enjoy Summer in Europe , in the southern hemisphere of the world Winter, Covid-19 and the flu are spreading there now. When we shall move from Autumn to Winter, we might receive another wave of cases from the other part of the world.
Conclusion: Get prepared for another wave as of now. Helping the global South now, saves lives in Autumn and Winter also in Europe. Simple isn’t it. Let’s just act accordingly (the not so simple part). Train health care professionals (95.000 of them got infected in the US and 500 !!! died).

Transparent health care

In times of live or die questions, country comparisons are informative. It is the time to endorse, again and again, complete transparency to facilitate learning across borders (see recently The Guardian 13.5.2020). China has not been very transparent at the onset of the Covid-19 pandemia. Other countries should not follow this track in terms of lack transparency. This appies equally to transparency of hospital and care professionals doing amazing jobs in these critical times. No doubt about this. In order to learn about the need for qualified employees in this crisis, I recommend the full thread of the tweets from “Mary Poppins” on what it means to administer a respiratory machine to a patient.


The experience needed, the understanding of medical processes are only part of the story. Stress, mental overload, burn-out due to long-term shift-work and irregular working hours including frequent (unpaid?) overtime and lack of sufficient training may cause more fatalities than would otherwise be the case. Teamwork across shifts and weekends has to be effectively coordinated. Medication profiles need to updated and understood for adequate application from all team members not only the medical doctor or shift supervisor. In emergency situations panic control mechanism also are relevent features that have to be learned and experienced. In a previous analysis of data from 18.000 nurses in Canada we could provide evidence of the importance of some of these measures. Transparency is key. Cover-ups of past failures cost dearly in this global pandemia.  Full paper.
http://www.ccsenet.org/journal/index.php/gjhs/article/view/0/38574

On Mortality in EU

It is normal business for demographers to deal with mortality and the statistics of mortality. The latest data I found from official European statistics from Eurostat refer back to 2015. They mention 571.000 potentially avoidable deaths in the Europen Union of the 1.7 Million deaths among the population younger than 75 years of age, the lower bound of average life expectancy. A look at the leading causes of preventable death shows that prevention of deaths due to alcohol, smoking and environmental causes beyond suicide could safe more than 200.000 lifes per year! Please pause a while in front of these figures.

In Germany we deplore more than 900.000 deaths each year and according to the statistical office on an average day during the year we have 2100 persons leaving us. In a severe case of influenza these death rates jumped for example in February 2018 to more than 3.100 persons in one day. Hence, keep calm and carry on with taking Covid-19 seriously, but no reason to panic.

Taking a look at our Belgian neighbors, the public health statistics on Belgian Mortality show a cycllical pattern of mortality with peaks in January for the influenza period and sometimes on hot summer days.  

Additionally, there are several severe environmental health hazards which we have gotten used to. Not much fuzz in public about these increased death rates any more. They include many preventable deaths as well. The deadly cocktail of fine particle dust in high traffic countries combined with peaks in temperature and ozone levels yield preventable peaks in death tolls across Europe not just in Belgian, different from region to region and city to city or suburbs or proximity to risky areas. No prove available yet, just coincidence data that need close monitoring. Please follow up on the web page of Epistat and the B-momo project.The EuroMoMo-project and data can be followed on the new webpage, commented by tagesschau.de on the 23.4.2020. Late data reporting as accused for UK by the Financial times needs to be followed closely for all countries.

Students should build their statistical methods skill and get ready to use the statistical software R for further analyses useful to produce nice figures and even better advanced analyses.

 

 

“Balance” als Geheimnis des Alterns

Die am 13.1.2020 im PNAS veröffentlichte Studie zu Alternsprozessen des Ginkgobaums, der mehr als 1000 Jahre alt werden kann, lassen eine alte Weisheit des Alterns wieder aufleben. Die Balance bestehend aus neuem Wachstum von Zellen und dem Absterben von Zellen beschreibt den Alterungsprozess bei Langlebigkeit. Am Beispiel des langlebigen Ginkgo biloba beschreiben die Autoren den biologischen und genetisch-bedingten Alterungsprozess.  Die deutsche Wikipedia-Seite weist interessante Abweichungen zu der englischsprachigen Seite auf. Neben mehr Hinweisen auf potentielle Effekte bei verschiedenen medizinischen Indikationen kann natürlich ein Hinweis auf Goethe nicht fehlen. Hatte er doch den Baum bereits literarisch verewigt in seinem Gedicht von 1815 “Ginkgo biloba”. Kein  Wunder also, dass er Ginkgobaum in Deutschland nahezu mythische Kraft zu besitzen scheint. Vereinzelt finden sich Fanseiten des Ginkgo im Internet. Spannend ist jedoch auch der japanische Mythos um den Ginkgo. Selbst die Atombombe von 1945 hatte ein Haus zerstört, doch der benachbarte Ginko blieb erhalten und ist heute ein Denkmal der Hoffnung. Hier schließt sich der Kreis zur Alternsforschung. Wie beeinflussen soziale Kontexte, im Extremfall Kriege, die Genetik und Epigenetik? Wir bleiben dran an dem Thema.

Photo copyright: Jean-Pierre Chéreau & Roger Culos

Ginkgo Biloba, 1815 Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Ginkgo Biloba
Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,
Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwey, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?
Solche Frage zu erwiedern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?
File:Goethe Ginkgo Biloba.jpg

737 Max 8 and Science

The 346 persons who died in crashes of the fairly new airplanes of Boeing 737 Max have nothing to gain from the ex-post evaluation of the crash. The journal “Scientific American” published an interview with a former Boeing employee who puts a relationship of the two crashes into doubt. The article in the online version of the 13th of March by Mrs. Gohd is full of stereotypes rather than scientific information. This puts science or science journalism into a bad light. Please read for yourself (Link here).
Let’s wait for the black box to be read! and then judge, but not wait for further casualties please. The “precautionary principle“, to protect persons from harm for example by introducing not suffienctly testes new technology, makes a lot of sense in the aviation industry. That’s why the EU might be slower in the adoption of some innovations, but is more likely to avoid fatal accidents as a consequence of hasty innovation.

Rodin’s famous sculpture sums up the need and grief to think twice before you act. Mourning of the dead due to neglect of sufficient thought prior to action included. At least, this is  my modern interpretation of this piece of art with respect to responsibility and the precautionary principle.
(Foto taken in Stockholm, Prince Eugen’s Waldemarsudde  art museum).

Health and Care

Some surveys in the social sciences remain a reference due to their interesting scope of questions included. The Canadian National Survey of the Work and Health of Nurses is such a survey since they “dared” to ask a representative sample of 18.000 nurses, health care workers and care assistants questions including medication errors, fall injuries, and complaints of older adults in Canada. The study by Zafar Mehdi, Ramzi Nasser, Hildegard Theobald and myself reveals the importance of further training and sufficient staffing to prevent medication errors, fall injuries and other complaints of patients. DOI: 10.5539/gjhs.v11n3p111

Besides the interesting results of this study based on a little used data set, the study should encourage and reward transparency of medical practices and analyses (relevant in #Covid-19). Hopefully many other studies, ideally with longitudinal designs, will build on this interesting kind of data collection. Evidence-based human resource policies should not stop in front of hospitals and care institutions. Unfortunately, such sensitive data are still rarely collected, although conclusions are helpful for nurses, patients and society as a whole.

The Link to the paper in the Global Journal of Health Sciences and the download is free of charge here.  For science policy it is interesting to notice that the paper was part of a self-financed Ph.D. of Zafar Mehdi, accepted at the University of Vechta recently.

Fukushima, Nuclear Waste and Fusion

7 years on from the Fukushima disaster promising research from a team including Physics Professor Thomas Heine reports that Cu(I)-MFU-4l is a material that “could significantly enhance our ability to treat radioactive waste”. The original paper appeared recently in Nature Communications LINK .

3He and tritium which are used as fuel in fusion reactor technology are produced at the same time. The battle about the energy provision of the future is still on. My teaching and research on “Society and Technology” takes on such challenges. The “Open Society” needs “open science and technology” to advance on major challenges. Open access is also part of this process. This is surely a nice additional topic for the University Study Course “Society and Technology” Thomas Heine and myself taught when we were both at Jacobs Universtiy Bremen.